Das Hans-Moser-Festival

Christina Kettering «Der Gast»

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Es gibt junge Theaterautoren, deren erstes Stück routiniert wirken soll, als sei das erste Dutzend bereits voll. Das kann bei Absolventen einschlägiger  Studiengänge vorkommen. Zum Beispiel, wenn man wie Christina Kettering (24) am Deutschen Literaturinstitut Leipzig die Fächer Prosa und Dramatik/Neue Medien belegt hat. «Der Gast» ist ihr erstes Stück und man fragt sich, ob es ihr bei dem surreal anmutenden Ausflug ins arbeitslose Gast­gewerbe tatsächlich um den Koch, den Barmann und den Rezeptionisten in einem ausgedienten Hotel gegangen ist.

Oder ob sie sich nicht doch besser nur um die Frau gekümmert hätte, die ungefähr nach dem ersten Drittel des Stücks wie eine Irrläuferin auftaucht. Im Prinzip ergeht es der Frau nicht anders als dem Restpersonal, das den toten Hotelbetrieb aufrecht erhält, als erwarte man jede Minute Busladungen von Gästen. Die Frau hat im Gegensatz zum Hotelpersonal allerdings etwas durchaus Lebendiges und wirkt wie eine jener aus der Zeit gefal­lenen Zeitgenossinnen, die ihre Arbeit verloren haben oder auf der Suche nach einer Festanstellung sind.
Angeblich ist sie angereist, weil es um ihre ers­te Professur geht. Ob das stimmt, ist allerdings fraglich. Es ...

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Theater heute Mai 2005
Rubrik: Chronik, Seite 42
von Jürgen Berger

Vergriffen
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