Die Wüste von Straubing
Fanny hat wieder einmal eine aktuelle Lösung für ihr altes Problem gefunden: Jusuf Mummadir, ein Ägypter und Muslim mit dickem Auto und fließendem Franz-Beckenbauer-Deutsch, könnte die von vielen Männern und ebenso vielen Enttäuschungen sichtlich gezeichnete Straubinger Wirtstochter endlich in die ersehnte Ehe führen. Vorher muss nur der interkulturelle Dialog zwischen der niederbayerischen Familie und dem Sohn des Morgenlands etwas vertieft werden.
Gar nicht so schwer, man versteht sich sofort: Papa Brodler-Wirt ist auch für Vielweiberei und strenges Patriarchat, zumal ihn seine Gattin, die resolute Brodlerin, schon lange nicht mehr für voll nimmt. Nachdem auch noch geklärt ist, dass Allah das eine oder andere Weißbier durchgehen lässt und selbst der Schweinebraten kein unüberwindliches Hindernis zwischen den Kulturen darstellt, macht sich der Brodler auf den Weg ins gelobte Land der beschränkten Machos nach Kabul und eröffnet ein Bräustüberl. Die Sache endet wie alle Klamotten: Der verehrte Jussuf entpuppt sich als Hochstapler, die Kabuler Dependance scheitert am Heimweh, und alle Arbeit bleibt wie immer an der Brodlerin und ihrer Tochter hängen. Bis es allerdings soweit kommt, ...
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Die Zeiten von «Harry, fahr schon mal den Wagen vor» sind endgültig vorbei. Bekanntlich ist dieser Satz in der Serie, die jedermann damit assoziiert, nie gefallen. Kultstatus hat er trotzdem, weil seine wunderbar sachliche Banalität alles einschließt, was die guten alten deutschen Krimi-Serien wie «Derrick» eben ausmachte: Behäbigkeit und Ernst, verkörpert von...
Die mit breiten Latten notdürftig verschalten Wände der Arbeitsagentur sind provisorisch geweißt. In der Mitte des Raums ragt ein Ding aus dem Boden, das eher einer stählernen Notrufsäule als einem Nummernautomaten gleicht. In der rechten Ecke steht einer dieser braunen, mannshohen Kaffeeautomaten, die dünnwandige Plastikbecher auswerfen. Ein Relikt aus Zeiten,...
Eine Renaissance seines Theaters wird es nie mehr geben. Man kann sich nur noch mit Hilfsmitteln daran erinnern, was Tadeusz Kantor auf der und für die Bühne bedeutet hat: Video-Mitschnitte der Aufführungen, endlose Reihen von (Schwarz-Weiß-)Fotos, Manifeste, Partituren, Skulpturen, Kostüme, Bühnenbilder, Grafiken und Emballagen – Relikte, allein in «seiner» Stadt...
