Auf dem Performance-Sprungbrett
Der Betonriegel im Stadtteil Holesovice sieht aus wie das Verwaltungsgebäude eines sozialistischen Energiekombinats. Wo ist denn die Nationalgalerie? Sie stehen davor! Hier ist jetzt die Prager Quadriennale eingezogen, elf Tage lang ab Mitte Juni Hauptquartier für die 61 Länderpavillons. Der unweit gelegene Jugendstil-Industriepalast, über Jahrzehnte das markenzeichenartige Ausstellungszentrum der PQ, ist vor drei Jahren abgebrannt, inzwischen aber wiederhergestellt.
Zu neuen Ufern
Dennoch war das für die neue künstlerische Direktorin Sodja Lotker ein wohl nicht unwillkommener Anlass, für die weltweit einzigartige Ausstellung nach anderen Räumen und einer neuen Bestimmung zu suchen – und dies dann gleich auch zum Thema zu machen. Vom Bühnenbild, der szenografischen Gestaltung insgesamt, wie es einmal der Ursprungsgedanke für diese 1967 gegründete Schau war, hin zur Erweiterung mit dem Begriff Performance und der Erkundung von unkonventionellen Räumen für alles, was heute als Performance gilt. Folglich gibt es auch eine eigene Architekturabteilung und natürlich die Bespielung der Stadt Prag als Geste, dass die Quadriennale nun die dokumentierte und immer schon auch plastisch ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2011
Rubrik: Theater und Bildende Kunst, Seite 15
von Thomas Irmer
Und wenn ich einmal traurig bin,
dann trink ich einen Korn.
Und wenn ich dann noch traurig bin,
dann trink ich noch nen Korn.
Und wenn ich dann noch traurig bin,
dann fang ich an von vorn!»
Dies ist ein Lied, das alle Freunde von Norbert Schwientek kennen. Dieses und wo er es sang, stimmten alle, die mit ihm am Tisch saßen, ein. Nicht unisono, auch nicht dem Wohlklang...
Der Regisseur Antonio Latella inszeniert zum dritten Mal in Köln. Seit diesem Jahr leitet
er gleichzeitig ein Theater in Neapel und versucht dort, seine deutschen Erfahrungen mit dem Repertoirebetrieb umzusetzen. Mit sechs italienischen und sechs deutschen Schauspielern und seinem Dramaturgen Federico Bellini hat er nun ein knapp dreistündiges Mafia-Spektakel in...
Das Schlimmste, was beim Aufenthalt in einem Ferienresort passieren kann, ist Dauerregen. Man sitzt in einem trostlosen Bungalow auf weißen Plastikstühlen. Statt «anspruchsvoller Entspannung in der heißen City», wie im Urlaubskatalog versprochen, fröstelt man beim Blick auf den grauen Plattenbeton der Karl-Marx-Allee, während die Wassermassen an der Fensterscheibe...
