Europa, deine Grenzen
Theater heute Die internationale Arbeit des Goethe-Instituts betraf lange Zeit vor allem die Organisation von Gastspielen. Das ist schon länger nicht mehr ausschließlich so. Was hat sich da in den letzten Jahren verändert?
Martin Berg Wir legen mehr Wert auf konkrete Zusammenarbeit mit Künstlern aus anderen Ländern. Aus diesen Kooperationen können beispielsweise gemeinsame Inszenierungen von deutschen und ausländischen Künstlern entstehen, deren Ergebnis nicht immer kalkulierbar ist.
Dabei gehen wir ein größeres Risiko ein, als wenn wir nur fertige Produktionen auf Gastspielreise schicken. Wir gehen es aber bewusst ein, weil es natürlich spannender ist, wenn etwas Neues im Dialog entsteht, und wir legen dann auch Wert darauf, dass es in Deutschland zu sehen ist.
TH Sind das meistens gemeinsame Stückentwicklungen, oder gibt es auch andere Formate?
Berg Ganz unterschiedlich. Wir laden zum Beispiel häufig deutsche Regisseure oder Choreografen ein, im Ausland zu arbeiten. Stückaufträge gab es bisher eher selten. Dea Loher hat in unserem Auftrag in Sao Paulo vor Ort ein Stück entwickelt, «Das Leben auf der Praca Roosevelt», mit der Perspektive, dass sowohl das Thalia Theater in ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute August/September 2009
Rubrik: Das Stück, Seite 56
von Barbara Burckhardt, Franz Wille
Eine gehörige Portion Frechheit gehöre schon dazu, räumt Tristan Vogt ein und ordnet auf dem wackligen Campingtisch die Welt neu. Es ist Kafkas Welt in diesem Fall, aber das sieht man der Szenerie eigentlich gar nicht an. Klischees haben auf der Resopalplatte sowieso keinen Platz. Das Schloss, um das es hier gehen soll, muss man sich auch denken; das Dorf besteht...
Wenn Anne Habermehl das Unglück der Welt beschwört, gibt es kein Entrinnen. In «Letztes Territorium» wurde eine schwäbische Kleinfamilie dem sozialen Druck der Urlaubsbekanntschaft mit einem afrikanischen Bootsflüchtling ausgesetzt – mit naturgemäß fatalen Folgen für beide Seiten. In «Daddy» ist die Kleinfamilie schon in verstreute Bestandteile zerlegt, bevor alles...
Als sich der Kleinbus von der Nähe des Damaskustores aus in Richtung Ramallah in Be-wegung setzt, ist es noch früh am Morgen. Von Jerusalem bis nach Ramallah sind es nur knappe 15 km. In diesem Landstrich können 15 km allerdings Welten trennen. Kaum hat der Bus die Stadtgrenze im Norden hinter sich gelassen, erreichen wir Kalandia, einen der größten israelischen...
