Glück und Schande
Bücher zur Theorie des Theaters und des Films – in der Regel sind es Dissertationen oder Referate von wissenschaftlichen Symposien und Akademiedebatten – werden in beträchtlicher Zahl noch immer gedruckt, weil dafür Stipendien, Fördergelder oder sonstige Druckzuschüsse bereitgestellt werden.
Monografische Darstellungen und gut dokumentierte, illustrierte Biografien über wichtige Künstler, die Theater- oder Filmgeschichte geschrieben haben, werden, sobald ihr Wirken der Vergangenheit angehört und sie keine «Einschaltquoten» mehr vorweisen können, nur noch gedruckt, wenn die Archive, wo die Nachlässe aufbewahrt werden, eine Ausstellung oder eine Retrospektive veranstalten, bei denen der Etat auch eine Art Katalog-Publikation vorsieht.
Die sehr sorgfältig recherchierten und großartig bebilderten Bände des Filmarchivs Austria in Wien sind eine rare Ausnahme. Sie enthalten kompetente Essays zu Leben und Werk von Regisseuren, Schauspielern oder Ausstattern und bieten sehr viel unbekannte Dokumente und Bilder, die Bühneninszenierungen und Filme in unerwartete, bisher oft nicht analysierte oder so noch nicht gesehene Zusammenhänge stellen. Zu den in jüngster Zeit erschienenen ...
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Theater heute Dezember 2015
Rubrik: Bücher, Seite 60
von Klaus Völker
Vorab eine Warnung oder auch Entwarnung: Daniel Kehlmann fehlt im Register dieses Buches und mit ihm alle neueren Kombattanten und Kombattantinnen der immergrünen Werktreue-Debatte rund um die Grenzen (und Entgrenzungen) der Regie-Allmacht. Also alle von Peter Stein und Andrea Breth bis, sagen wir, Joachim Lottmann.
Überhaupt widmet sich Jens Roselt in seiner...
Nein, es hilft dem Theaterspaß keineswegs immer, im Fall von Romandramatisierungen den Roman vorher zu lesen. Das gilt ganz besonders für Bücher, deren Reiz vor allem in der Sprache und in der Skurrilität des Blickwinkels liegt. Bücher wie Lutz Seilers erstaunlicher Bestseller «Kruso», der 2014 den Deutschen Buchpreis gewann, obwohl er alles andere ist als easy...
«Pop ist tot», proklamierte Bernadette La Hengsts Diskursrockband Die Braut haut ins Auge 1998, «die Leiche ist noch warm und das Messer rot.» Worauf sich die Band folgerichtig auflöste; La Hengst zog von Hamburg nach Berlin und startete nicht ohne Erfolg eine zweite Karriere als Theaterregisseurin. Der Pop also ist Geschichte (obwohl La Hengst bis heute Musik...
