Stolz und Vorurteil

Lutz Hübner «Ehrensache»

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Was läuft, wenn was läuft? Was geht, wenn was geht? Und wie weit geht es? Cem hat mit 30 Messerstichen Elena abgestochen und versucht, ihre Freundin Ulli als Zeugin ebenfalls zu töten. Die hat schwer verletzt überlebt und gibt nun ihre Schockerfahrungen zu Protokoll. Es ist eine von mehreren Sichtweisen auf eine Tat und deren Vorgeschichte. Eine weitere steu­ert Cems Kumpel Sinan bei, der hip-hoppende Klassenclown. Auch er war beim Vierer-Ausflug in Cems BMW nach Köln dabei, der blutig en­dete. Warum? Eine Frage der Ehre.


Lutz Hübner, produktiver Autor von Jugendstücken mit sozialkritischem Instinkt und einem Händchen für akute Diskussionen und Themen, orientiert sich in «Ehrensache» am so genannten «Hagener Mädchenmord» von 2004. Aus dem Konflikt und der Konfrontation kultureller Differenzen, aus reaktionären Männer-Selbstbildern und Geschlechtermustern montiert er ein geradlinig gebautes, mit Thrill aufs Finale zusteuerndes Drama, das über die türkische Integration in Deutschland wenig Gutes zu sagen weiß. Vor dieser Prognose und ihren Konsequenzen scheint der Autor allerdings selbst etwas zurückzuschrecken und sich deshalb in den Einzelfall zu flüchten. Gerade aber, indem er den ...

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Theater heute März 2006
Rubrik: Chronik, Seite 41
von Andreas Wilink

Vergriffen
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