Zweifler, Unbequeme oder Alleskönner?
Die schleichenden Veränderungen im deutschen Stadt- und Staatstheater haben auch im Bereich Ausbildung tiefe Spuren hinterlassen. Die Vermittlungsquote der jährlich 180 Absolventen aller siebzehn staatlichen, deutschsprachigen Schauspielschulen ist mit 80 Prozent bei den Männern und 78 Prozent bei den Frauen relativ hoch im Vergleich zu vielen anderen Studiengängen der Darstellenden Kunst. Doch schon längst stehen hinter diesen Zahlen nicht mehr die erhofften Anfängerengagements von zwei Jahren, sondern bloß noch Stückverträge.
Selbst traditionsreiche und namhafte Ausbildungsinstitute können ihre zukünftigen Schauspieler nicht mehr allesamt in Festverträge vermitteln. Vielerorts arbeitet nunmehr die Hälfte nach dem Studium in Gastverträgen oder muss sich arbeitslos melden. Noch rückt keiner mit handfesten Zahlen heraus, da gegenüber den staatlichen oder städtischen Geldgebern die Vermittlungsquote als Erfolgsmeldung gilt. Und die muss stimmen, sonst geht es den Hochschulen womöglich genauso wie den Theatern, die Einsparungen fürchten, wenn bei allen Subventionen der Erfolg ihrer Arbeit nicht in belastbaren Auslastungszahlen nachweisbar ist.
Obgleich der Arbeitsmarkt immer weniger ...
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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Freiraum Theater!, Seite 63
von Marion Tiedtke
Frau Luckerniddle war nicht zu übersehen. Die stets leicht vorgebeugte Pavianpose, mit der sie ihr Hinterteil in die Luft bohrte, dazu das schwarz geschminkte Gesicht, an dessen Rändern die helle Haut der Schauspielerin Isabelle Menke zu sehen war, die Afroperücke, Ethnoklamotten, der starke französische Akzent: Anscheinend wurde hier ziemlich brachial eine...
Er hat einfach zu viel erlebt in seiner Laufbahn. Das Problem mit ihm ist, dass er bereits siebzig Jahre existiert und den Erfahrungshorizont eines Siebzigjährigen hat, aber im Körper eines Neunzehnjährigen gefangen ist. Er ist inzwischen keine Projektionsfläche mehr, sondern ein vielschichtiger Charakter. Das können wir nicht brauchen.»
New York City im Jahr 1941....
Das Auswanderergeschäft im 19. Jahrhundert boomte. Amerika war das Ziel, und für besonders utopiefreudige Europäer sollte die Südhälfte des Kontinents bestimmt sein. Zum Beispiel Brasilien: Das hatte sich ein Hamburger Kolonisationsverein ausgeguckt, um mit der Verschiffung deutscher Migranten das ganz große Geschäft zu machen und – so ganz nebenbei – den Traum...
