Vom Sozialismus der besseren Drogen
Es geht hier nicht einfach um ein kollektives Besäufnis», beschwor der Maître de Plaisier Carl Hegemann zum Auftakt das erwartungsfrohe Publikum, das die Kantine der Volksbühne bis auf den letzten Holzstuhl füllte. «Es geht heute Abend um viel, viel mehr.»
«Im Gespräch mit redegewandten Persönlichkeiten» wollte die «1-Promille-Show» «Rausch» die «Tiefen und Untiefen des alkoholisierten Bewusstseins» ergründen.
Dazu griff das neue Kantinen-Format programmatisch auf die volksbühneneigene Diskursarbeit zu «Kapitalismus und Depression» Anfang der Nuller Jahre zurück, die seinerzeit neben Beiträgen zur «Kulturgeschichte des Kotzens» (Thomas Hauschild) und der «Müdigkeit, man selbst zu sein» (Alain Ehrenberg) gleich mehrere Beweisführungen zur «natürlichen Überlegenheit vierteiliger Modelle» hervorbrachte. In der «Ordnung der Getränke» bescheinigte Diedrich Diederichsen den «Vier Stufen des Betrunkenseins» – angefangen bei der zumeist harmlosen «Übertreibung der Freundschaft» bis zur gravierenden «Leugnung jeglicher Evidenz» – eine «auffällige Ähnlichkeit mit den Etappen der Zivilisationsgeschichte schlechthin».
1 Liter Wein pro Zuschauer*in
Zwecks psychoaktiver Unterstützung des also ...
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Theater heute Februar 2017
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Anja Quickert
Daten
Aalen, Theater der Stadt
25. Lessing, Nathan der Weise
R. Tina Brüggemann
Altenburg/Gera, TPT
26. Zuckmayer, Der Hauptmann von Köpenick
R. Bernhard Stengele
Annaberg, Eduard-von-
Winterstein-Theater
12. nach Brussig, Buck und Haußmann, Sonnenallee
R. Dietrich Kunze
Augsburg, Theater
4. Goethe, Faust
R. Christian Weise
10. Bjerg, Auerhaus
R. Bibiana Picado...
Noch vor dem geschlossenen Vorhang, hell ist er mit dunkler Rückseite, kniet sie vorn an der Rampe und knallt mit regelmäßig dumpfen Schlägen die Stirn auf den Boden. Antigone, dramatisches Urbild alles Widerständigen gegen die Staatsgewalt, hat aus heutiger Sicht durchaus Potenzial zu einer Kamikaze-Fundamentalistin – besessen von der Vorstellung, Recht zu haben,...
In Tom Kühnels und Jürgen Kuttners Brecht-Inszenierung vom «Untergang des Egoisten Johann Fatzer» am Berliner Deutschen Theater gibt es eine (Video-)Szene, in der Andreas Döhler als Fatzer über die Warschauer Brücke irrlichtert. Der Schauspieler – seit acht Jahren Ensemblemitglied am DT – attackiert dort in einer erfrischend aggressiven Mischung aus...
