Die Wüste von Straubing
Fanny hat wieder einmal eine aktuelle Lösung für ihr altes Problem gefunden: Jusuf Mummadir, ein Ägypter und Muslim mit dickem Auto und fließendem Franz-Beckenbauer-Deutsch, könnte die von vielen Männern und ebenso vielen Enttäuschungen sichtlich gezeichnete Straubinger Wirtstochter endlich in die ersehnte Ehe führen. Vorher muss nur der interkulturelle Dialog zwischen der niederbayerischen Familie und dem Sohn des Morgenlands etwas vertieft werden.
Gar nicht so schwer, man versteht sich sofort: Papa Brodler-Wirt ist auch für Vielweiberei und strenges Patriarchat, zumal ihn seine Gattin, die resolute Brodlerin, schon lange nicht mehr für voll nimmt. Nachdem auch noch geklärt ist, dass Allah das eine oder andere Weißbier durchgehen lässt und selbst der Schweinebraten kein unüberwindliches Hindernis zwischen den Kulturen darstellt, macht sich der Brodler auf den Weg ins gelobte Land der beschränkten Machos nach Kabul und eröffnet ein Bräustüberl. Die Sache endet wie alle Klamotten: Der verehrte Jussuf entpuppt sich als Hochstapler, die Kabuler Dependance scheitert am Heimweh, und alle Arbeit bleibt wie immer an der Brodlerin und ihrer Tochter hängen. Bis es allerdings soweit kommt, ...
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Es ist umsonst. Egal, was der Tänzer im blauen Ringelshirt mit dem Laib Brot in der Hand auch anstellt, es wird ihn nicht satt machen. Er drückt das Brot kräftig an seine Brust, klemmt es sich unters Kinn, versucht es mit geballter Kraft zu brechen, bis er schließlich mit seinen Fingernägeln auf ihm herum kratzt, dass es einem kalt den Rücken runter läuft....
Hassan ist sechzehn Jahre alt und lebt, wie viele Menschen ausländischer Herkunft, in Essen-Katernberg. Hassan ist in Essen geboren. Liebe, sagt er, ist für ihn das Wichtigste im Leben. Deshalb hat es ihm das Herz gebrochen, als seine Freundin Angelika ihm eines Tages per SMS die Beziehung aufkündigte. Seitdem findet Hassan: «Liebe ist nur ein Mord». Diesen Spruch...
Mehr als vierzig Jahre, nachdem er seine Heimat fluchtartig verlassen hatte, kehrte Peter Turrini heim nach Kärnten. Genauer gesagt, in jenen vergleichsweise kleinen Teil Kärntens, an dem er sich nach eigenen Angaben noch heimisch fühlt: «das Quadratmeterausmaß der Bühne des Klagenfurter Stadttheaters». Hier wurde, dreieinhalb Jahre nach dem spektakulär gefloppten...
