Kiosk statt Delikatessen
Die Existenz des Wuppertaler Schauspiels war bedroht, Spartenschließung angekündigt. Ist es nun gerettet? Gerettet durch Intendantenkündigung? Die Erneuerung des Wuppertaler Theaters hatten sich die Stadtpolitiker vor fünf Jahren von der Wahl Christian von Treskows (Schauspiel) und Johannes Weigand (Oper) als Intendanten gewünscht. Jetzt wurden die Verträge beider am Ende ihrer dritten Spielzeit nicht verlängert. Waren sie zu konservativ? Treskow hat mit einem stringenten Spielplan, der auf Aktualität setzte, dem Wuppertaler Publikum viel Gegenwart zugemutet.
Er hat den Spielplan auf gesellschaftliche Problemfelder konzentriert und dafür junge Regisseure gesucht. Im Opernhaus hat er große Stücke des Standardrepertoires spielen lassen (z.B. Ibsen, Tschechow, Goldoni), aber in sperrigen, intellektuell herausfordernden Inszenierungen.
Krise, Kompromisse
Die Art der Nicht-Verlängerung von Treskows Vertrag, im Eilverfahren beschlossen, brieflich, ohne Begründung, ohne Gespräch, zeigt den Respekt der Stadtverwaltung vor dem Theater. Zugleich lobt man sich dort für die Zukunftssicherung der Sparte Schauspiel.
Wuppertal ist eines der Musterbeispiele für die Krise der Kommunalfinanzen. Seit ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Januar 2013
Rubrik: Magazin, Seite 62
von Gerhard Preußer
2./Mittwoch
20.15 ARD: Das andere Kind Zweiteiliger Fernsehfilm von Stefan Dähnert nach Charlotte Link, mit Marie Bäumer, Hannelore Hoger, Clemens Schick u.a., Regie Urs Egger (2. Teil am 3., Donnerstag)
13./Sonntag
6.20 arte: Eugen Ruge: Eine Familiengeschichte wird zum Bestseller
Dokumentarfilm (2011) von Arpad Bondy
22.05 arte: Madame Bovary Spielfilm (1990) von...
Es geschieht nichts Aggressives, keine Gewalt, kein Blut, kein Sex, es ist nicht einmal besonders laut, und doch verlassen in dieser Szene immer wieder Zuschauer den Saal, weil sie es einfach nicht aushalten: Ein Mensch zählt, nichts weiter, aber das genügt. Es mag ein wenig verrückt klingen, aber diese Minuten in den Münchner Kammerspielen, in denen der leicht...
Die Liebenden sind austauschbar. (…) Die Reduktion der Person zum Liebespartner scheint mir das charakteristischste Merkmal dieses grausamen Traums zu sein. Und vielleicht das modernste Merkmal. Der Partner trägt keinen Namen mehr, er besitzt nicht mal mehr ein Gesicht. Er ist nur am nächsten.»
Seit Jan Kotts berühmt hellsichtiger «Sommernachtstraum»-Deutung aus...
