Alles Worpswede?

Ein Gespräch über Theaterkritik mit Sepp Bierbichler, Christoph Schlingensief, Thomas Ostermeier und Roland Koberg

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Theater heute Nicht erst der «Fall Stadelmaier» hat das Nachdenken über Theaterkritik wieder neu belebt. Was erwartet man von ihr, was bietet sie, was hat sich verändert, was sollte sich verändern? Ist Theaterkritik eine Vermittlung fürs Publikum, ist es ein Gespräch mit Theaterleuten? Und auf welcher Augenhöhe? Was erwarten Sie als Schauspieler von Kritik, Herr Bierbichler?

Josef Bierbichler Eine Zeitlang war es für mich wichtig, eine gute Kritik zu bekommen. Die habe ich auch erwartet. Und wenn sie nicht kam, war’s schlecht. Das interessiert mich inzwischen weniger.

Heute möchte ich, dass das im Spiel Erkannte richtig beschrieben wird. Nicht um rauszukriegen, was ich mache, sondern um zu sehen, ob das, was ich versuche zu spielen, als solches erkannt wird. In diesem Sinn wünsche ich mir einen Dialog mit den Schreibern. Weil der Kritiker mehr Zeit hat, als im Gespräch mit anderen Zuschauern vorhanden ist. Außerdem gibt es natürlich die Möglichkeit, dass man etwas macht, ohne sich dessen selbst bewusst zu sein. In der «Süddeutschen Zeitung» stand gerade etwas über Godard. Jetzt weiß ich endlich, was Christoph Schlingensief am Burgtheater gemacht hat. (Gelächter)

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Theater heute Jahrbuch 2006
Rubrik: Regeln der Kritik, Seite 58
von Eva Behrendt, Barbara Burckhardt, Franz Wille

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