Der umkämpfte Text

Zwischen Realismus und Dekonstruktion: Christian Firmbach eröffnet seine Intendanz am Oldenburgischen Staatstheater mit Miller, Stephens, Price und Shakespeare

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Die Intendanz eines gut laufenden Theaters zu übernehmen, ist ein zweischneidiges Schwert. Einerseits kann man auf ein an zeitgemäßen Theaterformen geschultes Publikum vertrauen, muss wenig Aufbauarbeit leisten. Andererseits steht man in Schuhen, die einem leicht zu groß erscheinen können. Einfach ist es also nicht für Christian Firmbach, seit dieser Saison Generalintendant des Oldenburgischen Staatstheaters: Vorgänger Markus Müller hatte das Sechsspartenhaus konsequent auf heutig getrimmt und so renommierte Regisseure wie K.D.

Schmidt und Niklaus Helbling in die niedersächsische Provinz gelockt – und parallel die Zuschauerzahlen über die 200.000er-Marke gehoben, was in einer 180.000-Einwohner-Stadt durchaus bemerkenswert ist. Mittlerweile firmiert Müller in gleicher Funktion am deutlich prestigeträchtigeren Staatstheater Mainz, und Firmbach, zuletzt Betriebsdirektor in Bonn, muss sich gleichzeitig vom Programm seines Vorgängers abgrenzen und dessen Leistungen würdigen – was heißt, dass er einerseits sein Theater als dezidiert zeitgenössisch positioniert, andererseits aber gegenüber dem Nordwestradio eine deutliche Ablehnung des Regietheaters formuliert: «Ein szenisches Konzept ...

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Theater heute Februar 2015
Rubrik: Start, Seite 44
von Falk Schreiber

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