Anders, als man denkt
«Altendorf ist da, wo es anfängt, nach Döner zu riechen. In Altendorf kann jeder Tag dein letzter sein.» Sätze wie diese schleudern die Jugendlichen zur Begrüßung Richtung Publikum und stellen dann nüchtern fest: «Altendorf ist da, wo ihr nie hingeht.» Stimmt. Selbst wenn man nur wenige Kilometer entfernt wohnt, kommt man hier nicht hin. «Dicht besiedelt und einkommensschwach», heißt es im Jargon der Städteplaner, «dreckig, verbaut, runtergekommen» könnte man auch sagen.
Doch die zwölf Jugendlichen aus Altendorf, deren Nationalitäten mindestens so zahlreich sind wie die der deutschen WM-Mannschaft, verteidigen ihren Stadtteil, machen ihm am Ende gar eine Liebeserklärung. Auch ThyssenKrupp sieht Potenzial in Altendorf, hat seine gläserne Hauptverwaltung hier angesiedelt und ist dabei, ein neues urbanes Viertel entstehen zu lassen.
Dass die Interessen von Krupp nicht unbedingt die Interessen der Jugendlichen sind, wird in «Alles außer abhauen» schnell klar. In der «dokufiktionalen Inszenierung», die Ines Habich mit den Jugendlichen entwickelt hat, verschmelzen biografische Elemente mit fiktiven Figuren, spiegeln kurze Szenen und Songs die Suche nach Freundschaft und Liebe. Der Abend ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Liebe zu dritt ist ein erstrebenswerter Zustand, wenn es nach der Berliner Combo «Stereo Total» geht. In Frankfurt führt ihr beschwingtes Loblied «L’amour à trois», das die Zuschauer schon beim Eintritt in die Kammerspiele beschallt, aber in die Irre. Der Protagonist des Soloabends frei nach «Werthers Leiden» ist nämlich alles andere als ein fröhlicher Verfechter...
Wenn man eins in Hamburg sicherlich nicht kennt, dann ist das Wassermangel. Dass 900 Millionen Menschen auf der Welt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben, für eine Tasse Kaffee 140 Liter Nass verbraucht werden und Völkermorde wie in Dafur nicht zuletzt wegen des mangelnden Zugangs zu Quellen begangen werden, das sind Informationen, die vom Regen...
Einen überraschenden Ausgang nahm im Frühjahr 1903 der Prozess gegen die ledige Kindsmörderin Hedwig Otte im schlesischen Städtchen Hirschberg. Das Urteil lautete «nicht schuldig», und schuld daran war nicht zuletzt der Dichter Gerhart Hauptmann auf der Geschworenenbank, der für die Angeklagte plädierte. Noch im selben Sommer entstand das Schauspiel «Rose Bernd»,...
