Kassel: Mangelware Sperma

Nina Raine «Stories»

Theater heute - Logo

40 ist die Panikgrenze. Diese 40, in Worten «fourty», flammt weiß und drohend über der dunklen Bühne auf: Wer jetzt kein Kind hat, macht sich keines mehr, lautet der Subtext dieser harmlosen Ziffern, der Frauen bis heute eingeimpft wird. Das ist biologistisch und in Zeiten von «Social Freezing» nicht mehr ganz aktuell. Doch bei Casting-Agentin Anna hat es funktioniert. Sie ist Ende dreißig und voll auf dem Kindertrip. Dumm nur, dass ihr deutlich jüngerer Freund, der süße, aber verantwortungsscheue Tom, sie in dem Moment verlässt, als es ernst wird mit der Familienplanung.

Konstantin Marsch, der diesen Jammerlappen wunderbar hassenswert spielt, hat in «Stories» am Staatstheater Kassel einen harten Abend vor sich. Er wird noch als Felix, Lachlan, Danny, Corin und Rupert auftreten – Typen, die eines gemeinsam haben: keine Lust, sich Anna als Samenspender zur Verfügung zu stellen.

Die englische Dramatikerin Nina Raine beherrscht die hohe Kunst, gesellschaftliche Abgründe in einem derart heiteren Boulevardstil zu präsentieren, dass sie einen hinterrücks eiskalt erwischen. In «Konsens» (abgedruckt in TH 5/18) war es das Thema Vergewaltigung, eingebettet in ein abgeklärt humoriges ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Theater-heute-Artikel online lesen
  • Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Theater heute Mai 2019
Rubrik: Chronik, Seite 66
von Cornelia Fiedler

Weitere Beiträge
Braunschweig: Träume selbst!

Oft kennen Männer keine Hemmung, wenn der sexuelle Überdruck zu groß wird; sie scheuen dann selbst vor ungeheuren, monströsen, fürchterlichen Dingen nicht zurück. Ab Mitte der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts (und in entlegeneren Gegenden bis in dieses hinein) stand als Triebabfuhrstation eine ziemlich übel beleumundete Institution zur Verfügung: die Peep Show....

Nachruf: Theater von Anfang an

Wer das Glück hatte mit Geesche Wartemann zu arbeiten, der konnte ihre Begeisterungsfähigkeit erleben, ihre Leidenschaft für das Theater, für dessen Zuschauer, insbesondere wenn diese Zuschauer Kinder waren. Zu erleben war aber auch die Ernsthaftigkeit, mit der sie ihre Überzeugungen vertrat. Sie redete nichts schön. Ohne Angst sich angreifbar zu machen, nahm sie...

Daten (5/2019)

Aachen, Grenzlandtheater
25. McKeever, Danach

R. Udo Schürmer 

Aachen, Theater
2. Küspert, Der Westen

R. Ruth Messing
10. Haidle, Für immer schön
R. Malte C. Lachmann
11. Horváth, Kasimir und Karoline
R. Michael Helle 

Altenburg/Gera, TPT
12. Kressin, Als der Herzog
über den Herzog herzog (U)
R. Caro Thum

Augsburg, Sensemble Theater
4. Seidel, Frankenstein unlimited (U)

R....