Fokussiertes Bauen
Heinar ist einer, der sich der Konzentration auf das Wesentliche verschrieben hat. Zunehmend hat er das Sprechen eingestellt, um nur noch das zu tun, was er für existenziell hält: das Bauen. Seine Hingabe konzentriert sich vorerst noch auf das Errichten eines Eigenheims. Den Rückzug aus der Stadt will er ganz alleine schaffen – lediglich zwei Schwarzarbeiter gehen ihm zur Hand. Doch die Situation birgt ein gewisses Konfliktpotenzial, denn ganz alleine geht Heinar nicht durchs Leben. Seine Frau ist guter Hoffnung und möchte möglichst bald ins neue Häuschen ziehen.
Unterdessen aber hat ihr Vater seinen Schwiegersohn gehörig im Visier, finanziert er doch den ganzen Unsinn nur, um der Tochter endlich mal die Augen zu öffnen. Damit die merkt, dass dieser Heinar wirklich gar nichts taugt.
Auch Markus ist ganz irritiert, was da sein Kumpel treibt. Sollte er als Architekt nicht helfen bei dem Bau? Fehlen da nicht Aufsicht, Rat und Expertise? Besessen bauend, ignoriert Heinar seinen Freund, der sich stattdessen um Petra kümmert. Auf dass sie sich nicht ganz alleine fühlt. Und weil beim Richtfest alte Freunde auch nicht fehlen dürfen, sind Thomas und Christina auch noch da. Zum Helfen, ...
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Theater heute Jahrbuch 2018
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 181
von Ulrich Khuon
Theater heute Die Gesellschaft der alten Bundesrepublik war einmal sehr überschaubar: eine sogenannte nivellierte Mittelstandsgesellschaft, dargestellt als Zwiebel mit breitem Bauch und kleinen Spitzen oben und unten, also keinen allzu großen sozialen Spreizungen, getragen von der sozialen Marktwirtschaft, die dafür sorgte, dass die Unterschiede zwischen Arm und...
«Das Grundgesetz ist verbindlicher und präziser als jeder denkbare Begriff einer Leitkultur. Zugleich deutet sich darin keine Hierarchie der Menschen an, sondern allenfalls der Werte und Handlungen. Vor dem Grundgesetz sind alle gleich, in einer Leitkultur nicht.»
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Dieses Stück ist ein Glücksfall: ein Text, dessen Vielschichtigkeit auf sprichwörtlichen leisen Sohlen daherkommt, der gedankliche Schärfe mit einer fast fürsorglich zu nennenden Figurenführung vereint und der verschiedene lebensweltliche und gesellschaftliche Themen aufgreift und durchführt, ohne dass sich eines in den Vordergrund spielt oder der Autor der...
