Die Gebrechlichkeit der Welt

Andreas Dresen zeigt mit «Gundermann» eine DDR der Grautöne und bringt Alexander Scheer zum Singen

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Der Mauerfall, der große deutsche Epochenbruch zwischen den 70er und den 90er Jahren, fällt einfach aus in diesem Film: Berlin ist weit weg von Hoyerswerda, und die Weltgeschichte, wie Andreas Dresen sie erzählt, ist aufgehoben im kleinen großen Leben des Gerhard «Gundi» Gundermann. Zu Beginn zoomt sich die Kamera in diese Pupille, aus der sie das ostdeutsche Leben und Leiden vor und nach 1989 betrachten wird, Gundis Pupille.

In der alten DDR und den neuen Bundesländern war Gerhard Gundermann eine Berühmtheit, in der BRD und den alten Bundesländern kannte ihn kein Mensch.

Das wird sich jetzt ändern: Andreas Dresens Biopic «Gundermann» ist eine Hommage an den singenden Baggerfahrer, die Ossis wie Wessis zu Tränen rühren wird. Der zärtlichste Herzschmerzmann, den das deutsche Kino zu bieten hat, erzählt in Sprüngen zwischen den 70er Vorwende- und den 90er Nachwende-Jahren an Gundermanns Leben und seinen Songs entlang eine Geschichte der zerstörten Utopien, von Schuld und Verdrängung, Widerstand und Anpassung, die so konkret im Lau­sitzer Braunkohlerevier verortet wie zeitlos ubiquitär ist. 

Gundermann, 1955 in Weimar geboren, fand die Ideen für seine melancholischen Lieder im ...

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Theater heute August/September 2018
Rubrik: Magazin, Seite 79
von Barbara Burckhardt

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