An Grenzen räkeln

Das Impulse-Festival NRW, wichtigstes Treffen der Freien Szene, lotet mit seinem neuen Leiter Haiko Pfost theatrale Extremerfahrungen aus

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Ich habe gehört, du hattest eine Fehlgeburt?», fragt mich die Dame, die irgendwie indisch aussieht, fürsorglich-mitleidig, aber auch unverkennbar pragmatisch. Nicht nur das, ich habe auch bereits einen Kaiserschnitt, zwei eigene Kinder und zwei Leihmütterkinder ausgetragen. Denn ganz ohne lästig aktiv mitspielen zu müssen, wird man als Zuschauerin von «Global Belly» tief in die Lage einer Frau versetzt, für die das Austragen eines fremden Kindes Existenzsicherung für ein ganzes Jahr und die einzige Aufstiegschance für die eigenen Kinder bedeuten.

 

Souverän nimmt die Berlin-Kasseler Performancegruppe Flinn Works in ihrem interaktiven Rundgang in verschiedenste Blickwinkel des lukrativen internationalen Wunschkindgeschäfts mit. Er beginnt mit der Sehnsucht danach, ein Kind zu haben: Zu Beginn werden in tiefster Dunkelheit zarte Wiegenlieder gesungen, doch bald vermählt sich sanfte Esoterik mit stahlhartem Business. «Absolute Unfruchtbarkeit gibt es nicht», verheißt die smarte Mitarbeiterin einer ukrainischen Fruchtbarkeitsklinik vor großen Werbeplakaten und öffnet die Arme zur großen, runden, ganzheitlichen Welt mit Kind: Im VIP-Paket für 59.900 Euro kann man sogar das Geschlecht ...

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Theater heute August/September 2018
Rubrik: Festivals, Seite 22
von Dorothea Marcus

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