Flüchtige Ahnung
Was für eine Stadt! Gegen 23 Uhr arbeitet sich die Berichterstatterin einsam, Pfeifen hilft, am Parkrand entlang zum nicht minder leeren Boulevard, der eine Art Zentrum markiert. Beate Uhse und Rossmann flimmern verlassen vor sich hin, letzte Kunden drängeln am Tresen von McDonald’s. Vom stillen Hotel aus der Blick auf den stillen Opernplatz – kein Mensch, kein niemand, keine Maus. «Es ist mir entfallen, warum wir uns hier treffen», grübelt Giacinta, eine der Damen im hier gar nicht so wilden Sommer. Ja, warum?
Es muss einen Grund gegeben haben für die Wahl gerade dieses Stückes.
Vielleicht, dass das Theater drohender Depression im nasskalten November mit der Beschwörung südländisch wärmender Ferienlust widerstehen wollte. Denkbar auch, dass Katja Paryla in dieser Ansammlung sprunghaft verknappter Dialogfetzen die Herausforderung aufspürte, ein noch heterogenes Ensemble in der schweren Kunst des Zusammenspiels zu trainieren. Was das angeht, ist einiges gelungen. Überstrahlt von anmutig wechselndem Licht ist ein Trupp von meist fünfundzwanzig Schauspielern rhythmisch schön gleichgestimmt in Aktion, wabert von Stübchen zu Stübchen, quillt über die geschwungene Wendeltreppe, ...
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