Spontane Interaktion
In aktuellen Theaterstücken kommt es nicht so häufig vor, dass zwei sich richtig verlieben. Geschieht es dann doch, schießt Amor seine bittersüßen Pfeile vornehmlich im Supermarkt ab. Vor fünf Jahren etwa lernte eine gewisse Katja einen Martin in einem Elektromarkt kennen. Das war in Roland Schimmelpfennigs «Hier und Jetzt»; die beiden wären am liebsten gleich vor einem der Regale übereinander hergefallen. Jetzt ist es wieder so weit: Sie heißt Grete, steht am Kühlregal eines Supermarktes und studiert das breitgefächerte Angebot im Quarksegment.
Da fällt was, auf dem Boden vermischt sich Sahne mit geforenen Himbeeren, und plötzlich blickt sie in die Augen von Jakob. Die beiden verlieben sich Knall auf Fall.
Dass immer noch 66 Prozent aller Singles und sogar die mit akademischem Hintergrund an Liebe auf den ersten Blick glauben, hat gerade die Umfrage einer im Edelsegment operierenden Online-Partnervermittlung ergeben. Gut, mag Martin Heckmanns sich gedacht haben: Wenn da immer noch so viel Romantik unterwegs ist, unterziehe ich sie doch einem Härtetest und konfrontiere den Zustand glühender Verliebtheit mit all den Kleinigkeiten, die verhindern, dass wir selbst in emotionalen ...
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Theater heute Januar 2013
Rubrik: Chronik, Seite 51
von Jürgen Berger
Der Ausdruck «das Handtuch werfen» stammt aus dem Boxsport. Ein Boxer wirft das Handtuch, wenn er von den Schlägen des Gegners dermaßen demoralisiert ist, dass er keine Chance mehr sieht, das Match zu gewinnen. Die Metapher lässt sich auf den Fall des Düsseldorfer Intendanten nur bedingt übertragen – die offizielle Diagnose lautet ja: «Burnout» –, und doch fragt...
Aachen, Theater
10. Bicker, Deportation Cast
R. Jan Langenheim
12. Brecht/Dessau, Der gute Mensch von Sezuan
R. Bernadette Sonnenbichler
13. Rinke, Wir lieben und wissen nichts
R. Robin Telfer
Altenburg/Gera, TPT
18. Reza, Kunst
R. Anne Keßler (in Gera)
26. nach Kesselring, Arsen und Spitzenhäubchen
R. Tim Heilmann (in Altenburg)
Aschaffenburg, Stadttheater
24. Kirchner,...
Woyzeck hat die Falsche umgebracht. Hätte er doch die Hauptmänner genommen, oder Doktoren, oder allen voran den Pfarrer «mit seinem widerwärtigen klerikalen Angstkontrollsystem» (Richter), vielleicht hätte sich dann was geändert. Oder? Falk Richter hat sich in seiner Düsseldorfer «Textperformance» nicht weniger vorgenommen, als Büchners radikales Werk...
