Nürnberg: Radikale Umerziehung
Andreas Scheuers aktuelle altbacken-sexistische Werbekampagne für mehr Sicherheit im Straßenverkehr, in der sich halbnackte Frauen mit plumpen Fahrradhelmen wohlig räkeln, hätte prima ins Bühnenbild in den Nürnberger Kammerspielen gepasst. Zur Einstimmung auf Petra Hulovás Stück «Eine kurze Geschichte der Bewegung» flimmern da nämlich auch im Hintergrund einige Beispiele frauenfeindlicher Reklame der besonders bescheuerten Art: Mit nacktem Po wird ein bequemer Sessel angepreist, und für die Junge Union (JU) fasst sich eine Bikini-Dame in den Schritt.
«Wir greifen tiefer», versprechen die einst so zugeknöpften Nachwuchskonservativen.
Solcherart für pfiffig gehaltene Notgeilheit hat aber ausgedient, seitdem die «Bewegung» am Ruder ist. Durchaus mit terroristischen Gewaltmitteln haben Frauen das Patriarchat mit all seiner Übergriffigkeit beendet und sind gerade dabei, die Krone der Schöpfung zu stutzen und den Kraftmeiern Manieren und Respekt beizubringen. Das geht leider nicht ohne ziemlich semifaschistische Maßnahmen ab: In Umerziehungslagern werden den einstigen Mackern die Macken ausgetrieben, die freilich stets etwas mit dem unkontrollierten Sexualtrieb zu tun hatten. Kein ...
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Theater heute Mai 2019
Rubrik: Chronik, Seite 68
von Bernd Noack
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