«Wat spielste denn da, Margit?»
Irgendwann Anfang der siebziger Jahre, so genau erinnert sich keiner der Beteiligten, strichen zwei Männer mit hochgekrempelten Hosenbeinen an den überfüllten Stränden von Sosopol entlang. Der eine rief ständig «Margit», während der andere sich nach «Jürgen» heiser schrie: Heiner Müller und Dimiter Gotscheff hatten sich an der bulgarischen Schwarzmeerküste locker mit Margit Bendokat und ihrem damaligen Lebensgefährten Jürgen Holtz verabredet. Darüber, ob sie sich je gefunden haben in diesem Urlaub, gehen die Meinungen zwar auseinander.
Aber das ist laut Gotscheff sowieso zweitrangig. Grundlegend sei doch, dass Müller wenigstens einmal im Leben die Gelegenheit bekam, ausdauernd «Margit» zu rufen! Schließlich hat die Bendokat entscheidenden Anteil daran, dass Heiner Müller seine eigenen Texte verstand. Der Dramatiker schätzte nämlich nicht nur die Klöße, die sie bei den häufigen gemeinsamen Spontanabendessen auftafelte, sondern bat sie – und Holtz – auch fast jedes Mal, ihm seine Arbeiten vorzulesen. Er sei dann immer äußerst zufrieden nach Hause gegangen: Jetzt wüsste er, was er geschrieben habe.
Chor der Perser: Margit Bendokat
Wenn man Margit Bendokat, mehr als dreißig Jahre ...
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