Im Blumengarten
Er denke noch daran, wie schön sie es doch hatten, trotz allem, sagt der alte Mann, bevor er die Schlinge festzieht und springt. Das gute Leben für ihn, seine Frau und den Sohn hat er am Ende freiwillig mit dem eigenen Leben bezahlt. Man wollte nicht in einer Plattenbaubruchbude am Stadtrand wohnen, man wollte Auslandsreisen machen, der Sohn sollte studieren können, die Frau Konzerte geben. Was zählen da schon die kleinen Informationsdienste, die die Partei verlangt, die die Regierung ist, die der Staat ist.
Am Ende, nach dem Fall der Sowjetunion, waren der Mann und seine Frau Natalia korrumpiert bis auf die Knochen, aus dem Sohn wurde ein brutaler Kleinkrimineller und als Ausweg bot sich dem Karrierespitzel nur der Strick. Alles für das bisschen gutes Leben.
So viel erfährt der Zuschauer aber erst ganz zum Schluss. Nino Haratischwilis «Land der ersten Dinge/Bludicky» ist ein gutes altes analytisches Drama wie bei Ibsen selig, in dem sich die blutigen biografischen Abgründe Dialogschicht um Dialogschicht entblättern wie ein schrumpeliger Salatkopf. Die überlebende Natalia findet sich als alte Frau in Deutschland wieder, wo sie die wohlsituierte Rentnerin Lara pflegt, deren Leben ...
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Theater heute Januar 2015
Rubrik: Neue Stücke, Seite 30
von Franz Wille
Am 25. August wurden König Ludwig I. (1786) und Ludwig II. (1845) geboren – und Jürgen Rose: 1937. Der erste baute die Stadt München zur Metropole aus mit Oper, Uni, Pinakothek; der zweite ließ Schlösser für Träume errichten. Der dritte baute traumhafte Kulissen und fantastische Dekors in den Theatern der Welt.
Roses Vorfahren, von Mutters wie von Vaters Seite,...
Aachen, Theater
8. nach Orwell, Farm der Tiere
R. Eike Hannemann
9. nach Keun/Maslowska, Urban Girls
R. Jenke Nordalm
10. nach Bulgakow,
Der Meister und Margarita
R. Bernadette Sonnenbichler
Aalen, Theater der Stadt
17. Büchner, Dantons Tod
R. Tonio Kleinknecht
31. Widmer, Biedermanns. Umgezogen (DE)
R. Tina Brüggemann
Altenburg/Gera, TPT
27. Weiss, Die Ermittlung
R. Nora...
Rotes Absperrband umflattert die Kellerzelle, die in den Bühnenboden eingelassen ist. Wie ein lichtgefüllter Swimmingpool strahlt sie zu sphärischen Klängen ins Schwarz des übrigen Bühnenraumes. Vieles erinnert an eine Ausgrabungsstätte, anderes weckt im Zuschauerhirn Assoziationen zu kaum vergangenen Tatortbildern. Natascha Kampusch und die Kellerkinder aus dem...
