Neue Stücke
Warum immer nur bärtige Kerle mit starkem Nahost-Akzent verdächtigen? Im Theater ist schließlich alles möglich. Die Schrifstellerin Juli Zeh hat deshalb «Der Kaktus» geschrieben, ein Stück, in dem der Titelheld in einem Schwanheimer Blumenfachhandel gestellt wird. Bettina Bruinier inszeniert am Münchner Volkstheater – ein einsamer Polizistenspaß inmitten von lauter DDR-Besinnlichkeiten und Mauerfallgedenken.
Am Staatstheater Darmstadt zum Beispiel lässt Kurt Drawert in «Das Gegenteil von gar nichts» zwei Wendeverlierer Bilanz ziehen (R.
Hermann Schein), am Maxim Gorki Theater Berlin lädt Armin Petras (in Koproduktion mit dem Anhaltinischen Theater Dessau) zu Einar Schleefs «Abschlussfeier» (geschrieben im zarten Alter von 18 Jahren), das Neue Theater Halle dramatisiert Christian Schwochows filmische Ostwest-Spurensuche «Novemberkind» (R. Tanja Richter), und Mareike Mikat hat am Centraltheater Leipzig eine Recherche zu Wendezeiten 10-15-jährige Böhse-Onkelz-Hörer erstellt: «FANZ 89/90».
Lea Rosh und Renate Kreibich-Fischer greifen ihr Erfolgskonzept vom vergangenen Jahr auf und fügen am Hans-Otto-Theater Potsdam den «Staatssicherheiten» das Dokustück «Vom Widerstehen» hinzu (R. ...
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Klüger und ausgewogener hätte kein Auftakt geplant werden können. Joseph Conrads Weltliteratur «Heart of the Darkness» auf der einen, das Auftragswerk an den Dramatiker Bärfuss auf der anderen Seite. Hier die Romanadaption zur Kolonialgeschichte, dort das zeitgeistige Ehedrama vor dem Hintergrund globaler Ölgeschäfte. Die Reise ins Fremde als Spiegel der eigenen...
Das wichtigste Requisit des folgenden Textes ist die Mobility Bahncard 100. Die kleine schwarze Karte ist der Rolls Royce unter den Bahncards; nichts für Pendler oder Vielfahrer, eher für Süchtige und Nomaden. Mit ihr kann man, so die Bahn, «einfach einsteigen und losfahren». Zug-Junkies zahlen schlappe 3.650 Euro im Jahr (oder 335 im monatlichen Abo), um permanent...
Burgdirektor ist eine feine Sache. Man ist zwar nicht direkt Gott, aber in Wien so nahe dran, wie es auf Erden nur geht. Nicht, dass man damit keine Arbeit hätte. Eine Handvoll Premieren in fünf Tagen sind keine Kleinigkeit, aber das hat Tradition in dem Beruf: Die ganze Welt in sechs Tagen war auch nicht schlecht. Dafür darf man Sachen machen, die darf kein...
