Ein Artefakt vom ersten Satz an
Barbara Burckhardt Seit Ihrem Episodenfilm «Lichter» (s. TH 4/03) haben Sie verstärkt und wohl mehr als jeder andere deutsche Filmregisseur mit Theaterschauspielern gearbeitet. Manche haben Sie erst fürs Kino entdeckt, wie August Diehl für das Hacker-Drama «23», der auch in «Lichter» spielte, zusammen mit Devid Striesow, den wir vorher auch nur aus dem Theater kannten. Sandra Hüller hat gerade mit ihrer ersten Filmrolle im Siebziger-Jahre-Drama «Requiem», der Vorgeschichte einer Teufelsaustreibung, den Silbernen Bären der Berlinale gewonnen.
Hans-Christian Schmid Ich arbeite sehr gerne mit Theaterschauspielern, würde aber keine so strenge Trennung vornehmen. Es gibt heute viele Überschneidungen von Film und Theater, und ich hatte auch schon Theaterschauspieler in kleineren Rollen, mit denen war es ganz furchtbar kompliziert. Große Theaternamen in kleinen Filmrollen, das kann zu einer gefühlten Unterforderung führen, die schwierig auszutarieren ist. Aber im Verlauf einer jungen Karriere stellt sich schnell heraus, dass es für die Arbeit beim Film von großem Vorteil ist, wenn man die Techniken beherrscht, das Handwerk. Manche jungen Schauspieler stolpern ja zum Film, weil sie ein ...
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Der Kritiker über sich
Ich hatte mich auf die Premiere gefreut. Und hätte gerne über sie geschrieben. Doch das geht jetzt nicht. Statt dessen ist von einem Skandal zu berichten. Ich wurde von einem Schauspieler körperlich genötigt, nach ungefähr zwanzig Minuten das Theater zu verlassen. Dabei rief er mir die schönen deutschen Sätze «Hau ab, du Arsch! Verpiß dich!...
Eine Renaissance seines Theaters wird es nie mehr geben. Man kann sich nur noch mit Hilfsmitteln daran erinnern, was Tadeusz Kantor auf der und für die Bühne bedeutet hat: Video-Mitschnitte der Aufführungen, endlose Reihen von (Schwarz-Weiß-)Fotos, Manifeste, Partituren, Skulpturen, Kostüme, Bühnenbilder, Grafiken und Emballagen – Relikte, allein in «seiner» Stadt...
Natalie Bloch In Ihrem Stück «Die Reise nach Bugulma» machen sich die tschechischen Protagonisten aus dem von Terroristen zerbombten Europa auf den Weg zurück in den Osten, folgen der vermeintlichen Stimme der Revolution und landen in einem ehemaligen kommunistischen Lager. Dort ist Tauwetter, und Berge von Leichen tauchen aus dem Eis auf. Das sind ja optimistische...
