Störungen im Betrieb
«Studie zu drei mythen der gegenwart» untertitelt Fritz Kater sein neues Stück «demenz depression und revolution». Mythen wurden und werden vor allem aus zwei Gründen erschaffen: um eine Erklärung für Unerklärliches zu finden und somit die Angst zu verkleinern und um den eigenen Standpunkt zu bestimmen – in ihnen drückt sich ein Welt- und Selbstverständnis aus. Bei jedem Erzählen formt sich der Mythos neu und entwickelt sich weiter.
Wenn es sich, wie Fritz Kater behauptet, bei den drei Phänomenen Demenz, Depression und Revolution also um Mythen handelt, dann liegt es in unserer Macht, wie wir von ihnen sprechen, ob wir sie als schicksalhaft und ausweglos begreifen, oder ob wir sie als Teil unserer Wirklichkeit erleben.
Alle drei Phänomene beschäftigen intensiv die öffentliche Wahrnehmung: Demenz/Alzheimer taucht in verlässlicher Regelmäßigkeit verbunden mit Bekenntnissen Prominenter auf (letztes Beispiel: Rudi Assauer, der in Form einer «Stern»-Titelgeschichte, einer Dokumentation und eines Buches bekannte: «Ich habe Alzheimer»). Als schwere Schicksalsschläge werden diese Fälle beschrieben, unausweichlich und immer ungerecht. Auch die Depression hat in den Medien Karriere gemacht, ...
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Theater heute Jahrbuch 2012
Rubrik: Die neuen Stücke der Spielzeit, Seite 151
von Sibylle Dudek
Berlin hat nicht nur die meisten Schauspielhäuser im deutschsprachigen Raum, es hat auch die zwei derzeit besten! Gratulation an Matthias Lilienthals HAU und noch einen Extra-Applaus an Frank Castorfs Volksbühne, die nur knapp dahinter liegt. Aber ist deshalb in Berlin die Theaterwelt in Ordnung? Christine Wahl hat sich genauer umgesehen.
...Sophie ist Sophie ist Sophie ist Sophie. Sophie ist toll. Das möchte ich eigentlich 50 Mal schreiben.
Sie ist eine Diva. Und sie hat das Recht, eine Diva zu sein. Denn sie ist keine Diva, die heiße Luft produziert. Sie kommt, wann es ihr passt. Da darf man auch nichts sagen, dann wird sie sauer. Aber wenn sie da ist, ist sie ganz da. Mit ihrer ungeheuren Energie,...
Wären Erinnerungen wie Herbstlaub, sie würden in einem nur kurzen Feuer verbrennen. Es entstünde viel Rauch, aber übrig bliebe nur ein kleiner Haufen Asche. Die Ereignisse unseres Lebens, vor allem die negativen, relativieren sich rückblickend; (Lebens-)Geschichte verursacht für die Beteiligten viel Rauch, hinterlässt aber ebenfalls nur ein Häufchen Feuerüberreste....
