Büchner und Butterkekse

«Die Revolution frisst ihre Kinder!» – was von einem Rechercheprojekt in Burkina Faso schließlich als Premiere im Schauspielhaus Graz ankommt

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Wenn vor der Premiere die Intendantin auf die Bühne kommt, ist das meistens kein gutes Zeichen. Wenn vor der Premiere von «Die Revolution frisst ihre Kinder!» die Schauspielerin Evamaria Salcher auftritt und sich als Intendantin vorstellt, ist das die erste Pointe des Abends. Salcher behauptet nicht nur, Intendantin zu sein, sondern auch, dass die Premiere abgesagt sei. Regisseurin Julia Gräfner und das Ensemble seien bei den Recherchen in Burkina Faso in eine echte Revolution geraten. «Sie sind wohlauf – aber eben leider noch nicht zurück.

» Da man das Publikum nicht nach Hause schicken wolle und es schade um das afrikanische Premierenbuffet wäre, gebe es ein Ersatzprogramm: Der Schauspieler Florian Köhler werde sein Solo «D» spielen, mit Texten aus «Dantons Tod» und Songs von The Doors. Wenn der Lappen dann – muss ja – hochgeht, sitzt da tatsächlich Florian Köhler im Danton-Kostüm und singt «People are strange». Im weiteren Verlauf des Abends wird er das Geschehen passagenweise mit Büchner-Zitaten begleiten.  

Dass die Ansage der «Intendantin» nur ein Scherz war, ist spätestens dann offensichtlich, wenn auch der Rest des Ensembles – Julia Gräfner, Raphael Muff, Michael Pietsch ...

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Theater heute Januar 2019
Rubrik: International, Seite 40
von Wolfgang Kralicek

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