Nachruf: Die geerdete Artistin
Es ist ein Jammer, dass bewundernswerte Bühnendarsteller und -darstellerinnen mit zunehmendem Alter keine nennenswerten Aufgaben im Theater mehr übernehmen oder erhalten, um dann eine unerwartete Popularität mit Fernsehserienkitschrollen zu erleben – wie etwa Christiane Hörbiger oder Ulrich Pleitgen. Und so endete die Karriere der zu DDR-Zeiten gefeierten und jetzt verstorbenen Bühnenkünstlerin Ursula Karusseit bei der ARD als Caféteria-Chefin Charlotte Gauss in der Arztserie «In aller Freundschaft».
Die Karusseit war eine wunderbar sperrige, glaubhaft proletarische und ebenso großbürgerliche oder adlige Hoheiten spielende Darstellerin, die «Haltungen» im Sinne Brechts realistisch und mit sozialer Kompetenz verkörperte. Sie konnte Funken von anarchischem Schalk, zarter Poesie und trotzigem Stolz versprühen.
1939 im preußischen Elbing bei Danzig geboren, kam sie 1945 nach Mecklenburg und begann eine kaufmännische Lehre in einer Maschinenfabrik. Das Mitwirken bei Aufführungen der Betriebstheatergruppe ermutigte sie, sich an der Staatlichen Schauspielschule in Berlin für ein Studium zu bewerben. 1963 erhielt sie dann ihr erstes Engagement an die Volksbühne, wo sie als Dienstmädchen ...
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Theater heute März 2019
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Klaus Völker
«unsere väter lebten angenehm. sie hatten rinder und feldfrüchte;
sie hatten salzsümpfe und bananenbäume.
plötzlich sahen sie ein großes schiff aus dem ozean emporsteigen.
dieses schiff hatte vollständig weiße flügel, die wie klingen funkelten.
weiße männer kamen aus dem wasser und sprachen worte, die niemand verstand.
unsere vorfahren ergriff die furcht; sie sagten,...
Das Berliner Ensemble hat Heiner Müller ein sehr besonderes Geschenk zum 90. Geburtstag gewidmet. Die Torte wurde bei Fritz Kater bestellt, und sie hat vier Portionen. In der ersten betrachtet ein – junges? – Nachgeborenen-Paar Fotos aus Müllers letzten beiden Lebensjahren mit seiner jungen Frau Brigitte Maria Mayer und macht sich einfühlsame Gedanken, ob sie...
Vermutlich wäre er heute ein pickeliger Gamer, der seine Heldentaten bei «World of Warcraft» filmt, kommentiert und auf YouTube hochlädt. Auch Troll- und Piraten-FunPics auf Snapchat und Instagram könnten ihm bei der Verbreitung seiner fantastischen Hochstapler-Storys helfen. Keine Frage: Das Hobby des jungen Peer Gynt, sich eine aufregendere Identität auszumalen...
