Will? Muss!

Identität? Freier Wille? Zum Zürcher Spielzeit­auftakt stellen Barbara Frey, Stefan Pucher und Karin Henkel mit Kafka, Büchner, Kleist ein paar grund­sätzliche Fragen

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«In den hübschen villages
mit den gesunden inhabitants
in ihren schönen houses
sind sie alle happy.
Und erst recht am Zürisee,
da herrscht prosperity,
kaum Soldaten on the streets
nur hübsche ladies.»

So unwirklich gesund, schön und happy, wie Woyzeck-Kumpel Andres in Stefan Puchers Büchner-Inszenierung im Zürcher Schiffbau die Stadt be­denglisht, in der sein Schöpfer Georg Büchner 1837 starb und begraben liegt, erscheint Zürich dem Besucher von auswärts bis heute.

Auch dem briti­schen Fotografen Martin Parr, der normaler­weise rund um die Welt seinen spöttischen Kamerablick auf die Skurrilitäten der eher weniger betuchten Mittelschicht richtet. Im Zürcher Museum für Gestaltung zeigt er beim «Thinking of Switzerland» genau das: Pelze, Polo, Opernball, Goldbarren, fette Würste und fette, fette Uhren – das Alltagsgesicht des Wohlstands, das selbstgewiss in die Kamera blickt. Was dahinter liegt, geht keinen was an.

Einen Schweiz-Schwerpunkt hat man sich für die kommende Spielzeit auch am Schauspielhaus Zürich vorgenommen, Dürrenmatt, Frisch, Robert Walser sollen wieder zu ihrem Recht kommen und helfen, die Frage zu beantworten: Was ist das wohl, die Schweiz, außer Gold, Geld, ...

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Theater heute November 2013
Rubrik: Aufführungen, Seite 12
von Barbara Burckhardt

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