Bloß nicht bewegen!
Laucke, der Autor im deutschen Theaterbetrieb zu sein, der über die sozial Abgehängten schreibt und ihnen mit viel Sprachkraft und politischem Bewusstsein eine Stimme gibt: den Verlierern, den Schwachen, den Außenseitern.
Und in der Tat, seit er 2007 mit seinem fulminanten Debüt «alter ford escort dunkelblau» den Getränkemarkt-Zeitarbeiter Schorse auf eine verzweifelt-utopische Reise aus der ostdeutschen Provinz ins ferne Legoland geschickt hat, hat Dirk Laucke immer wieder über sie geschrieben: über die Bewohner der Plattenbausiedlungen seiner Heimatstadt Halle, über die Ultras des dortigen Fußballvereins, über deutsch-tschechische Zigarettenschmuggler, Putzfrauen, verlassene Männer, Träumer, Arbeitslose, Habenichtse.
Doch spätestens mit «Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute» hat er gezeigt, dass sich sein Blick auf deutsche Befindlichkeiten längst nicht mehr auf ein (ostdeutsches) Unterschichtenmilieu verengt. Der Rassismus und der Antisemitismus, den er in «Furcht und Ekel» beschreibt, zieht sich quer durch alle bundesdeutschen sozialen und intellektuellen Schichten und macht selbst vor dem eigenen Kosmos, dem Theater, nicht halt.
Konsequenterweise ist sein ...
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Theater heute Jahrbuch 2016
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 168
von Thomas Laue
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