Frankfurt: Fest aus dem Fundus

Gogol «Der Revisor»

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Garantiert anspielungsfrei, aktualitätsresistent und gegenwartsabstinent ist diese Aufführung. Keine Wirtschaftskrise, kein Dschihad und kein Flüchtling trübt die grundschwarze Bühne. Das Spiel kreist, meist aufgeregt, um sich selbst. Natürlich stellt man sich, als Kritiker zumal, bedenklich die Frage, was das soll.

Der «Revisor» ist eine Entlarvungsgeschichte aus der russischen Provinz, wo die gesamte Stadt mit all ihren ehrwürdig-lächerlichen Honoratioren ihrer eigenen Panik aufsitzt, revidiert zu werden.

Ein Stück aus jenem Trug, hinter dem dann doch die lächerliche Wahrheit deutlich wird. Man kann sich das Spiel aus Aufregung, Engelszungen und Bestechung ausmalen, ohne das Stück jemals gesehen zu haben.

Sebastian Hartmann (Regie) unternimmt nicht mal den Versuch einer «Revisor»-Inszenierung. Gleich zu Anfang machen die acht Schauspieler, die mit Frack und Zylinder auch eher wie Zirkusfiguren denn wie Russen aussehen, mit Gerenne und Sprüngen deutlich, wo wir sind: auf einer Bühne. Sascha Nathan stellt dann die Figuren der Komödie vor (bei den Russen ist es ja immer schwierig mit dem Personal), und stiftet damit endgültige Verwirrung: Jeder ist alle. Eine Frage der Verabredung, ...

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Theater heute April 2016
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Peter Michalzik

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