Verabredung zum Dreh

«Große Geste auf halb vier» – Tjark Ihmels Filmexperiment aus dem Mainzer Central Hotel Eden im Internet

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Den Film von den Fesseln seiner jeweiligen Konventionen zu befreien, das gehört zur Geschichte dieser Kunst im Zusammenspiel mit technischen Neuerungen. Die Schritte zum Tonfilm und wenig später zum Farbfilm waren bahnbrechend. Nicht weniger die Computerisierung von Special Effects und nachfolgend ganzer Aufnahme- und Bildbearbeitungsverfahren seit Ende der achtziger Jahre. 

Hypertext war vor rund zehn Jahren das Zauberwort, mit dem die Literatur im Computer bzw.

Netz von der Eindimensionalität eines vom Anfang zum Ende gerichteten Lesens befreit werden sollte, und selbst gestandene Schriftsteller waren begeis­tert, sich durch vage konstruierte Geschichten in der schier unendlichen Kombination ihrer Einzelteile zu klicken. Für den Film, dessen bewegte Bilder damals noch nicht in ansprechender Qualität verarbeitet werden konnten, wurde im Internet nichts weniger als eine Revolution erhofft: der Zuschauer als Regisseur einer Geschichte, die er allmählich erst herstellt, indem er sie erfindet, oder zumindest eine Version, die ihm Sinn und Freude bedeutet. 

Diese Revolution hat nicht stattgefunden. Zwar gab es eigens für das Netz entwickelte Multimedia-Projekte wie «Waxweb» (1994) des ...

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Theater heute Dezember 2005
Rubrik: Medien/TV, Seite 72
von Thomas Irmer

Vergriffen
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