Und es siegten noch
Eine Zweite, die schon oft Erste war, ist Sandra Hüller. In Tom Lanoyes Antikenbearbeitung «Mamma Medea» lehrt die Nachwuchsschauspielerin des Jahres 2003 als kolchische Königstochter nicht nur die Korinther das Gruseln. Hüllers radikal Liebende scheitert in der (ihrerseits zweitplatzierten) Inszenierung von Stephan Kimmig von Anfang an daran, Liebe und Identität zu erringen – auch, weil sie deren Kompromissformen nicht aushält. Unnachgiebig und klar zwingt Hüller das Publikum, ihr durch den finsteren Reifeprozess vom bockigen Kapuzenmädchen zur Kindesmörderin zu folgen.
Ebenfalls an den Münchner Kammerspielen arbeitet Annabelle Witt, zum zweiten Mal Kostümbildnerin des Jahres. Die studierte Modedesignerin verwandelte Stefan Puchers «Sturm»-Inszenierung in ein Défilée der Stile und Schichten: Von Calibans krachledernder Oktoberfeststracht bis zu Prosperos edler Graf-Dracula-Robe reicht die reiche Palette. Unser Bild zeigt die drittplatzierte Schauspielerin Hildegard Schmahl im eleganten Herrschergewand.
Als Bruno Mechelke in Hauptmanns «Die Ratten» hat Niklas Kohrt nicht nur den Alfred-Kerr-Preis gewonnen, sondern es auch zum Nachwuchsschauspieler des Jahres gebracht. Mit ...
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In der Nacht vom 24. auf den 25. März 1945 feierten auf Schloss Rechnitz, das unmittelbar an der österreichischen Grenze zu Ungarn liegt, SS-Offiziere, Gestapo-Führer und einheimische Getreue des Nazi-Regimes ein «Gefolgschaftsfest», auf dem getanzt und getrunken wurde und in dessen Verlauf fast zweihundert arbeitsunfähige oder geschwächte jüdische Zwangsarbeiter...
Dennis Kelly rollt den Fall einer jungen Mutter auf, die überraschend ihre zwei kleinen Kinder verloren hat. War es Mord oder plötzlicher Kindstod? Diese Frage spaltet die Familie, die Wissenschaft, die Justiz und geht durch alle Medien. Kelly ist bei diesem Dokumentar-Stück ein Zuschauer, er sitzt im Publikum und mischt sich gelegentlich ein. Er fragt seine...
