Klein-Adolf oder Zur Rolle der staatlichen Dienste
Als Autor und Regisseur habe ich das Privileg, für meine Arbeiten viele Monate, manchmal sogar Jahre zu recherchieren. Ich arbeite mich an verschiedenen Punkten gesellschaftlicher Erfahrungssedimente ab. Es handelt sich bei diesen Arbeiten um den Versuch einer Tiefenbohrung, bei der ich die Treibsätze von bestimmten Ereignissen, ihre historischen, privaten und öffentlichen Bedingtheiten freilegen möchte. Heute möchte ich Sie zu einer Reise in diese Bohrzone einladen, sie führt nach Zwickau – zu den Wurzeln rechtsextremistischer Gewalt und der Rolle der staatlichen Dienste.
Doch zunächst zu den Fakten: Die drei Mitglieder der Zwickauer Zelle sind dem Thüringer Verfassungsschutz bereits seit Mitte der 90er Jahre bekannt. Ins Zentrum der operativen Maßnahmen rückten Mundlos und seine Mitstreiter mit ihrem Engagement im Thüringer Heimatschutz. Das hat einen naheliegenden Grund: Tino Brandt, der Gründer des extremistischen Verbandes, hat als V-Mann Informationen über das Trio an das Amt weitergegeben.
Tino Brandt beginnt 1997, den Thüringer Heimatschutz mit Mitteln des Landesamtes für Verfassungsschutz aufzubauen, mehr als 200.000 DM will er in diesen Jahren an Zuwendungen des Amtes ...
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Theater heute April 2012
Rubrik: Essay, Seite 36
von Andres Veiel
3./Dienstag
14.15 arte: «Ich – Udo» – Der Schauspieler Udo Kier Dokumentation (2011) von Jeremy Fekete
15.00 arte: Mein Führer Film (2006) von Dani Levy, mit Helge Schneider, Ulrich Mühe, Sylvester Groth, Adriana Altaras, Stefan Kurt, Ulrich Noethen, Ilja Richter, Katja Riemann und Meret Becker (vgl. TH 1/2007)
6./Freitag
19.15 ARD Legenden: Inge Meysel Porträt von...
Neues von Fassbinder? In München wird der Autor/Filmemacher dieseits und jenseits der Maximilianstraße auf die Probe gestellt: «Petra von Kant» im Residenztheater und «Der Satansbraten» in den Kammerspielen.
Käthe hat lange auf vieles verzichtet: Karriere, Beruf, Glück. Doch jetzt dreht sie den Spieß um: Anne Leppers «Käthe Hermann» ist eine finstere Groteske....
In unserer Zeit wäre Ibsens John Gabriel Borkman fein raus. Eine Bank ruinieren und ein paar hundert Kleinanleger um ihr Erspartes bringen gilt mittlerweile höchstens als Kavaliersdelikt. 1896, als Henrik Ibsen sein vorletztes Stück verfasste, waren Rettungsschirme für marode Geldinstitute noch nicht erfunden und ein Bankrotteur haftete mit seinem persönlichen...
