Liebe? Lieber nicht

Sabine Harbeke «Nur noch heute»

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Ohne Liebe geht es nicht. Nicht mal auf das Wort kann man verzichten. Aber, was nur meint man denn damit? «What we talk about when we talk about love» ist Raymond Carvers berühmteste Kurzgeschichte. Zwei Paare erzählen sich darin, mit alkoho­li­sierten Köpfen, Geschichten über die Liebe. Es sind vor allem Geschich­ten über Ex-Männer, Ex-Frauen. Eine Frau erzählt, wie sie ihren Ex-Mann betreu­te, nachdem er sich wegen ihr auf stüm­perische Weise umzubringen versucht hat, bis er dann schließlich doch starb.

Sie liebe ihn heute noch, beteuert sie, ohne das in Anwesenheit ihres jetzigen Mannes im Geringsten abzuschwächen. «Auf so eine Liebe kann man doch verzichten», meinen die anderen. Doch die Verluste sind es, die die Liebe spürbar machen. Die Liebe lebt von den Verletzungen, die sie zerstören.
Robert Altmann hat mit «Short Cuts» vorgemacht, wie man aus vielen kurzen, kleinen Carver-Geschichten von gewöhnlichen Leuten einen großen Film machen kann. Diese Idee hat die Schweizer Theaterautorin und Filmemacherin Sabine Harbeke vor zwei Jahren aufgegriffen und für das Thea­ter nutzbar gemacht. Sie erfindet andere Geschichten, nutzt aber dasselbe Verfahren: Aus vier Carver-Miniaturen ...

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Theater heute August/September 2006
Rubrik: Chronik, Seite 53
von Gerhard Preußer

Vergriffen
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