Es nahen härtere Zeiten
Endlich erhält er Amt und Würden: Martin Kusej, der am Burgtheater Wien übergangene Theaterwolf aus Kärnten, wird Intendant am Bayerischen Staatsschauspiel München. Aber nicht schon 2009, wenn Dieter Dorns Vertrag an diesem Haus offiziell ausläuft und in der deutschsprachigen Theaterlandschaft einer der größten Intendantenwechsel seit langem ansteht – vom Hamburger Thalia Theater über das Deutsche Theater Berlin bis hin zum Schauspielhaus Zürich und dem Burgtheater Wien –, sondern erst zwei Jahre später, im Jahr 2011.
Denn bis dahin hat Dieter Dorn seinen Vertrag noch einmal verlängert, und es ist erstaunlich, dass er mit dann 75 Jahren das Zepter überhaupt abzugeben gedenkt. So spätabsolutistisch, wie Dorn seit Jahr und Tag als Münchner Theater-Kini regiert – seit 1983 an den Kammerspielen, wo er zuvor bereits sieben Jahre lang als Oberspielleiter waltete; seit 2001 am Bayerischen Staatsschauspiel auf der Straßenseite gegenüber –, hätte man sich über einen Vertrag auf Lebenszeit auch nicht mehr gewundert. Den Zeitpunkt, dann aufzuhören, wenn es am schönsten ist, um nicht Gefahr zu laufen, auf der Stelle zu treten, hat der regieführende Dauerintendant ohnehin verpasst. Was ihn, ...
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