Der Persönlichkeitstest

Oscar van Woensel: «Oedipus»

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Wie der selbstgeblendete König ein Mörder war und es nicht wusste, so sind wir, selbstgeblendet, unsere eigenen Mörder, unsere Schuld wird auf dem Bildschirm eingeblendet, sie ist hoch, sie ist zu hoch, wir waren geblendet, geblendet von uns selbst», schrieb Elfriede Jelinek in ihrem am Theater Bremen uraufgeführten Stück «Aber sicher!» über unseren Umgang mit Schuld und Schulden inmitten der aktuellen Wirtschaftskrise.

Der nieder­län­dische Autor Oscar van Woensel interessiert sich nicht für die gesellschaftskritischen Aspekte dieses Themas, sondern konzentriert sich auf die Identitätsfrage. In seiner Bearbeitung
des Ödipus-Mythos verbindet er Sophokles’ Tragödien «König Ödipus» und «Ödipus auf Kolonos» und somit zwei Lebensalter, zwei Erkenntnisstadien des Helden.

Van Woensel lässt den vom Selbstzweifel noch nicht angegriffenen jungen Ödipus und den von schweren Schicksalsschlägen getroffenen und nach Erlösung suchenden Alten sich begegnen. Er zeigt gleichzeitig die ihn prägende Vergangenheit Ödipus’ und die Zukunft seiner Familie. In Rückblenden von intimen Situationen zwischen Iokaste und ihrem ersten Mann Laios offenbaren sich die Ängste und Sehnsüchte von Ödipus’ Eltern. ...

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Theater heute Jahrbuch 2014
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 196
von Viktorie Knotková

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