Lebt man ewig so?
Was im Berlinale-Special läuft, ein buntes Bukett von Historischem, Neuem, gern auch gala-mäßig im Friedrichstadt-Palast, sucht Berlinale-Chef Dieter Kosslick höchstpersönlich aus. Dieser Umstand verspricht eher kulinarisches Kino (eine ganze Reihe unter diesem Titel, mit Abendessen kombiniert, gibt es mittlerweile auch). Auch gelungene Hausmannskost findet hier ihren Platz, Kino für Bauch und Herz.
So kocht Otti.
Fünf Ehemänner hat sie nichtsdestotrotz unter die Erde gebracht (von der langweilig verheirateten Tochter Renate neidvoll kommentiert), Rudi, der sechste, ist bettlägerig. Doch Otti stürmt über den Friedhof, immer zwei Schritte schneller als Enkel Holger (Samuel Schneider), ein Junge von zwölf Jahren, noch zwischen allen Welten und Zeiten, der still und staunend das Treiben der Alten und Mittelalten beobachtet. In Torsten Schulz’ Roman «Boxhagener Platz» (2004) war die ganze Geschichte aus seiner Perspektive erzählt, und auch Regisseur Matti Geschonneck scheint ein wenig in die Haut dieses so distanzierten wie involvierten Kindes geschlüpft zu sein, dem die Welt so ist, wie sie ist: alltäglich und erstaunlich im selben Gang.
Es ist die Welt von ’68, dem Jahr, als sich ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Obwohl Vorgänger Klaus Bachler am Ende seiner Amtszeit einen ehrgeizigen Shakespeare-Zyklus (zehn Inszenierungen) angesetzt hatte, hievte Matthias Hartmann noch mal drei Shakespeares in seinen ersten Spielplan als Burgtheaterdirektor: das Römerdrama «Antonius und Cleopatra», das Königsdrama «Richard II.» (in der zehn Jahre alten BE-Inszenierung von...
Sie war sehr klein. Sie war sehr groß. Sie war die Größte. Erna Baumbauer managte nur die Besten. Eine kleine, zierliche Frau, die sich auch von Regisseur Stephen Spielberg nichts sagen ließ, geschweige denn von irgendeinem Hollywood-Produzenten. Um ihre Schauspieler und Schauspielerinnen kämpfte sie wie eine Löwin. «Die Königin von Bayern», diesen liebevollen...
Früher wurden noch Witze über Ostfriesen, Blondinen, Politiker oder die DDR gerissen – heute ist der Gutmensch die Zielscheibe des gepflegten Spotts. Denn hinter dem Anspruch, auch noch die beste aller Welten zu verbessern, vermuten Skeptiker nicht ganz zu Unrecht unlautere Motive. Autorin Ingrid Lausund macht gleich fünf solcher selbsternannter Menschheitsretter...
