Regensburg: Triumph der Poesie

Werner Fritsch «Shakespeares Schädel in Fausts Faust» (U)

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Werner Fritsch ist der Theatermann fürs grob Verworrene, für die verschmitzte Provokation, die hirnschwurbelnde Sprachakrobatik und überhaupt für Abende, an denen man am Ende nicht mehr so recht weiß, ob man jetzt gut unterhalten oder doch auf hohem Niveau verarscht wurde.

Es kann auch durchaus beides zutreffen, und am Ende von «Shakespeares Schädel in Fausts Faust» brummt einem nicht nur der Kopf, man ist auch ein wenig beglückt von dem experimentellen Wagemut, der auf der Basis des plumpen titelgebenden Kalauers das Gedanken- und Sinnesspiel lustvoll auf die wacklige Spitze treibt.

Zu loben und zu bewundern ist erstmal das Theater Regensburg, das Fritsch (als in Waldsassen Geborener ja quasi ein oberpfälzischer «Heimatdichter») den Auftrag gab, sich zu Shakespeares 400. Geburtstag etwas einfallen zu lassen. Dass da keine Hommage und kein Kniefall her­auskommen würde, darauf musste man gefasst sein. Und auf der mit Volksbühnen-Glitzerlametta dekorierten Bühne (Karla Fehlenberg, auch verantwortlich für schrägste Verkleidungen) kommt es dann tatsächlich zu einem irrwitzigen Parforce-Ritt durch die Gedanken- und Figurenwelt des großen Dichters Englands, an dem sich ...

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Theater heute Januar 2017
Rubrik: Chronik, Seite 52
von Bernd Noack

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