Unbestimmt postmodern

In Stuttgart breitet Dirk Laucke (der Stückabdruck liegt dem Heft bei) den rechtsradikalen Alltag aus, und Hausherr Armin Petras sucht mit Wilhelm Raabe den ersten Umweltroman

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Die Brandstifter sind unter uns. Ihr Werkzeug verteilt sich im Laufe des Abends über die ganze Bühne: Unmengen von kleinen Hölzchen, nur ohne rote Köpfchen – symbolisch leicht entschärfte Streichhölzer, die sich, erst wie ein Teppich aufgeschüttet, immer mehr im Raum verstreuen. Echte Zündhölzer dürften in dieser Masse wahrscheinlich sowieso nicht ins Theater – Brandgefahr.

Aber in Dirk Lauckes «Furcht und Ekel. Das Privatleben glücklicher Leute» brennt es nicht, es kokelt maximal. Sein Stück sendet Rauchzeichen aus, die davon künden, wie es um unseren deutschen Alltag steht.

Und so viel sei verraten: Es steht nicht gut. Denn der rechte Schwelbrand, den Laucke nachzeichnet, wabert, genährt von Angst, Hass und Vorurteilen. Akribisch hat der Dramatiker Zeitungsartikel ausgewertet und Fälle zusammengetragen, die «den Rechtsruck in Deutschland umkreisen», wie er in einem im Programmheft abdruckten Brief an seine Dramaturgin schreibt. Die hatte sich für die Stuttgarter Auftragsarbeit offenbar einen aktuellen Verschnitt von Brechts «Furcht und Elend des Dritten Reiches» und Kroetz «Furcht und Hoffnung in Deutschland» gewünscht – «gewaltige Hausadressen», wie Laucke anmerkt, um sich von ...

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Theater heute Januar 2015
Rubrik: Aufführungen, Seite 24
von Kristin Becker

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