Mehr oder weniger optimierte Körper bei Vanessa Beecroft und Oliviero Toscani; Foto: Vanessa Beecroft/Museum für moderne Kunst Frankfurt
Selbstoptimierung mit Bandwurm
Zeitgenössisches Ausstellungsdesign ist in der Regel so innovativ wie gemeißelte Grabsteine. Schräge oder gerade Wände, bunte oder gedeckte Hintergrundfarbe, helle oder dunkle Beleuchtung, viel oder wenig Text, das sind die berauschenden Alternativen für die Installation von Kunst in deutschen Museen. «I am a problem», der Titel der aktuellen Sammlungspräsentation des Museums für Moderne Kunst (MMK) in Frankfurt, lässt sich also problemlos als Selbstreflexion des kuratierenden Betriebs verstehen, die schulische Langeweile von Standards mal zu hinterfragen.
Tatsächlich muss man die Exponate in dieser Ausstellung zu Identitätsproblemen im Kapitalismus im Magen von Maria Callas zusammen mit einem Bandwurm betrachten. Ersan Mondtag, der vielleicht kunstinteressierteste Regisseur der U30-Generation im deutschsprachigen Theater, war von Interims-Direktor Peter Gorschlüter eingeladen worden, den Besitz des Hauses einmal zu inszenieren anstatt nur zu präsentieren. Und Mondtag hat eine zunächst komplett spinnert wirkende Idee zum Ausgangspunkt genommen, um eine assoziative und streckenweise überfordernde Schau zum Thema «Selbstoptimierung» zu bauen.
Denn der Bandwurm, den sich Maria ...
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Theater heute November 2017
Rubrik: Magazin, Seite 66
von Till Briegleb
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