Auf die Palme
Der Prinz hat, nachdem er die Arme zu einer imaginären Umarmung geschlossen hat, seinen Hitz- und Kindskopf in den Sand gesteckt. Dorthin, wo aus einem Erdhaufen der eherne Arm einer gestürzten Siegesgöttin mit Lorbeerkranz hervorragt. Er ist fix und fertig – und wir mit ihm, kaum dass es für die nächsten dreieinhalb Stunden begonnen hat.
Da kann Torsten Flassig noch so ungestüm kaspern und sich embryonal am Boden einrollen, kann dem finster verstockten Papa knäbisch auf den Schoß klettern oder sich kuschelnd einen mächtigen Eisblock an die bloße Brust drücken, bis die Haut krebsrot glüht und seinen Mutwillen und die Freundschaftsgefühle für seinen Roderich herunterkühlt. Erledigt. So wie der noch emphatischer ins Leere aufschlagende Posa des Daniel Stock. So wie der in seiner Statur völlig verkantete und – gleich seiner von ihm später selbst zerdepperten Büste – eingegipste Dunkelmann Philipp (Jürgen Hartmann). So wie die kaum über den Rand ihrer Reifröcke hinausreichenden Damen Elisabeth (Julian Fisch) und Eboli (Minna Wündrich).
Regisseur Jan Neumann, der Friedrich Schillers dramatisches Gedicht über den Infanten von Spanien im Bochumer Schauspielhaus inszeniert, hat ...
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Theater heute Januar 2016
Rubrik: Chronik, Seite 54
von Andreas Wilink
«It’s a man’s world», röhrt Michael Wittenborn, der Moderator der Briest-Radio-Show, ins Mikro. Ja, it’s a man’s world, in der Fontanes Effi Briest vor rund 120 Jahren in einer arrangierten Ehe mit dem Langweiler von Instetten auf dem Land verödet und mit dem Filou Major Crampas zur Seite springt, der, als die flüchtige Affäre Jahre später auffliegt, vom entehrten...
Aachen, Grenzlandtheater
28. Levin, Todesfalle
R. Anja Junski
Aachen, Theater
14. Marivaux, Der Streit
R. Roland Hüve
16. Beckett, Warten auf Godot
R. Christian von Treskow
22. Lausund, Benefiz – Jeder rettet einen Afrikaner
R. Marion Schneider-Bast
Aalen, Theater der Stadt
23. Rottmann, Die mich jagen
R. Winfried Tobias
Baden-Baden, Theater
22. Murray-Smith, Zorn
R. Otto Kulka
Ba...
Alvis Hermanis hat seine für April geplante Inszenierung am Hamburger Thalia Theater aus privaten und politischen Gründen Anfang Dezember abgesagt. In einer Stellungnahme auf der Webseite des Rigaer Neuen Theaters (www.jrt.lv) heißt es, er arbeite gerade in Paris und lebe in genau dem Viertel, wo das Massaker geschehen sei: «Wir sind überall von Angst und Schrecken...
