Der dritte Weg?
Ein Theater ruft zur Bürgerversammlung – und ist bis unter das Dach gefüllt. Im Unterschied zu manchem deutschen Stadttheater, das seine potenziellen Zuschauer oft nur mit dem energischen Protest gegen die letzte Etatkürzung zu mobilisieren vermag, sind der große Saal und die vier Ränge des Teatro Valle auch bei Vorstellungen unter der Woche gut besucht. Das Geheimnis lautet: Partizipation.
«Unsere Stiftung hat mittlerweile mehr als 6.000 Mitglieder. Unser Statut ermöglicht es ihnen, aktiv in die Geschicke des Theaters einzugreifen», erklärt Ugo Mattei.
Der Jura-Professor mit Lehrstühlen in Turin und San Francisco ist einer der Verfasser des Stiftungsstatuts. Es zielt auf eine altbekannte, lange Zeit wenig praktizierte, in letzter Zeit aber vor allem dank des Werks der Nobelpreisträgerin für Wirtschaftswissen–schaften, Elinor Ostrom, wieder prominenter gewordene Eigentums- und Nutzungsform ab: das Gemeingut, die Allmende. Mattei bezeichnet es als «einen dritten Weg, jenseits von öffentlichem und privatem Eigentum». Gemeingut sei «nicht durch Exklusion gekennzeichnet wie etwa das Privateigentum. Die Entscheidungen werden auch nicht hierarchisch organisiert wie beim öffentlichen ...
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Theater heute April 2014
Rubrik: Magazin Italien, Seite 69
von Tom Mustroph
Ich habe ihn das erste Mal kennengelernt, da erschien er als Besucher auf einer Probe am Schauspielhaus Bochum. Er schaute dem Treiben zu, auf einem Stuhl hinter dem Rücken des Regisseurs, hatte eine sehr gesunde Gesichtsfarbe und war ein ungewöhnlich freundlich wirkender junger Mann. In meiner Fantasie wirkt es heute so, als hätte er auf Matthias Hartmanns Probe...
Es kommt eher selten vor, dass Ministerialdirigenten ihre Auftritte im Theater haben. Das ist nicht nur aus ästhetischen Gründen auch besser so. In diesem Fall handelt es sich um einen Herrn im grauen Anzug, der in einer laufenden Vorstellung vom Rang aus sein Missfallen kundtut, um alsbald zügig ins Bühnengeschehen einzugreifen: «Ich lasse mir von Ihren...
Wenn er einen ansah, unter seinen buschigen, kühn gewölbten Augenbrauen hindurch, fühlte man sich ertappt. Fritz Marquardt Aug in Auge standzuhalten, dem gar nicht großgewachsenen Mann, war nicht einfach. Weil man ihm ein reiches, so großes wie bescheidenes Leben mit all seinen Umbrüchen, Widersprüchen, Herausforderungen ansah – er versteckte es nicht, ihm war...
