Deutsch-amerikanische Beziehungen

Holger Schultze und Jürgen Popig über Rebekka Kricheldorf «Sergeant Superpower rettet Amerika»

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Er hat einfach zu viel erlebt in seiner Laufbahn. Das Problem mit ihm ist, dass er bereits siebzig Jahre existiert und den Erfahrungshorizont eines Siebzigjährigen hat, aber im Körper eines Neunzehnjährigen gefangen ist. Er ist inzwischen keine Projektionsfläche mehr, sondern ein vielschichtiger Charakter. Das können wir nicht brauchen.»

New York City im Jahr 1941. Die Comic-Autoren Moshe Silberstein und Josef Katz erfinden die Figur des «Sergeant Superpower» als Gegenspieler der Nationalsozialisten.

Der patriotische Superheld soll für einen Kriegseintritt der USA werben – und hat Erfolg. Bis heute wird die Serie fort­geschrieben, mit je nach politischer Lage wechselnden Feindbildern: Nachdem Sergeant Super­power die Nationalsozialisten (scheinbar) erledigt hat, kämpft er gegen Kommunisten, später gegen Terroristen und zwischendurch immer wieder ge­gen wiederauferstandene Nazis. Bloß in Deutsch­land gestaltet sich die Publikation schwierig: Dort kommen der ungebrochene Hurra-Patriotismus und auch der unbedarfte Umgang der Zeichner mit Hakenkreuzen weniger gut an.

Durch die zunehmend komplexe politische Weltlage muss der Charakter des Sergeant Superpower, dieses naivsten aller ...

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Theater heute Jahrbuch 2013
Rubrik: Neue Stücke der neuen Spielzeit, Seite 174
von Holger Schultze und Jürgen Popig

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