David Lynch. Foto: Georges Biard
Kafka an der Wand
Zehn Jahre lang hat David Lynch, nun ja, nicht geschwiegen. Er hat Musik gemacht, das Wetter angesagt, für die eher üble Sekte «Transzendentale Meditation» missioniert, er hat Musik-Videos unter anderem für Moby und Nine Inch Nails gedreht, aber einen Spielfilm von ihm gab es seit dem radikal kryptischen «Inland Empire» nicht mehr. Dann kamen die ersten Gerüchte über eine Fortsetzung der legendären Serie «Twin Peaks» nach einem Hiatus von 26 Jahren.
Lynch sagte zu, Lynch sagte ab, weil der amerikanische Bezahlsender «Showtime» nicht genug bot, nicht genug Geld, nicht genug Freiheit. Dann aber doch.
Die Vorgeschichte ist wichtig, denn das Ergebnis zeigt: Lynch hatte wirklich alle Freiheiten zu tun, was er wollte. Erst sollten es acht Folgen sein, jetzt sind es achtzehn. Gedreht, ohne dass sogar dem Senderchef vorher klar war, in wie viele Episoden die Geschichte am Ende zerfällt. Drehbuch: nur die Originalautoren Lynch und Mark Frost, kein Writers’ Room, der kollektiv an Cliffhangern oder Story Arcs tüftelt. Lynch führt bei jeder einzelnen Folge selbst Regie. So etwas gibt es sonst nicht. Serien-Showrunner übernehmen bestenfalls wichtige Episoden, so war es auch bei den ersten ...
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Theater heute Juli 2017
Rubrik: Magazin, Seite 71
von Ekkehard Knörer
Just an dem Tag im März, an dem Bundespräsident Steinmeier sagte, bei einigen «Menschen gerät, wenn sie anonym kommunizieren, die Sprache offenbar schnell außer Kontrolle» und es gebe nicht mehr die Haltung, dass auch der andere Recht haben könnte, stand in der Blue Box des Nürnberger Schauspielhauses Mark Zuckerberg auf der Bühne und flehte eine junge Frau an:...
Unter Tage wird geschuftet. Nähmaschinen rattern, Zuschneideapparate kreischen, Ventilatoren surren, und aus dem fensterlosen Lagerhintergrund dringen diffuse Dröhn- und Stampfgeräusche. Neonröhren und vergitterte Fernsehbildschirme, über die der tschechische Trickfilm «Der kleine Maulwurf» flackert, spenden fahles Licht, zwischen Tischen und Raumteilern,...
Eine Sensation steht gleich am Anfang des Festivals: die erfrischende und fantasievolle neue Arbeit von Marlene Monteiro Freitas. Schon vor zwei Jahren war der von den Kapverden stammenden und in Lissabon lebenden Choreografin und Tänzerin ein erstaunlicher Beitrag zum Kunstenfestival gelungen. Jetzt hat sie sich am Mythos der Bacchen abgearbeitet mit fünf...
