Metropolendämmerung
Im Vergleich zu den Nachbarstädten Mannheim und Heidelberg ist Ludwigshafen kulturelles Entwicklungsland. Man sollte im Prinzip also einverstanden sein, wenn der ortsansässige Chemiegigant kurz ins Portemonnaie greift und ein kleines Theaterfestival spendiert.
Die «Festspiele Ludwigshafen», mit denen Hansgünther Heyme den ansonsten eher schmalen Gastspielbetrieb im Ludwigshafener Pfalzbau aufwertet, gibt es derzeit zum dritten Mal und in einer Stadt, die dank der Steuergelder aus dem Hause BASF zwar zu den begüterteren Kommunen gehören sollte, sich aber nie ein eigenständiges Ensemble- und Repertoiretheater leistete – schon gar nicht, als der Chemie-Multi im Zuge der Globalisierung seine Überschüsse «global» abschreiben konnte und der Gewerbesteuerstrom versiegte. Da konnte die Stadt nicht einmal mehr ansatzweise an Kultur denken, während die BASF selbst in die Offensive ging und unter anderem die Festspiele spendierte, die Hansgünther Heyme Mitte Oktober mit der Uraufführung von Mohamed Kacimis «Heiliges Land» eröffnete (siehe S. 50 in diesem Heft).
Das Stück des Algeriers spielt im Niemandsland eines besetzten Territoriums, spiegelt den israelisch-palästinensischen Konflikt und ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Ab 1. Januar wird im deutschen Theater nichts mehr sein, wie es war. Die einschneidendste Maßnahme seit der Erfindung des Regietheaters bedroht viele Bühnen in ihrer Substanz: ein allgemeines Gaststätten-Rauchverbot wird die eigentlichen Denk- und Kommunikationszentralen der Häuser lähmen. Was soll der Künstler noch in der Kantine, wenn er dort keine Zigarette...
Bei den beiden zentralen Produktionen der diesjährigen «Spielzeit Europa» musste man die zuständige Bühne innerhalb des Hauses der Berliner Festspiele ein bisschen suchen. Bei «Stifters Dinge (The Piano Piece)» von Heiner Goebbels musste man durch einen Nebeneingang eintreten, bei Alvis Hermanis «The Sound of Silence – ein Konzert von Simon & Garfunkel in Riga...
Als Philipp Löhle einmal aus dem Supermarkt kam, sah er einen Mann mit einem Lama. Nichts Ungewöhnliches, denn es gibt ja schon seit einiger Zeit diese natur- und tierliebenden Menschen, die mit Andenmütze und Kleinkamel ihre Natur- und Tierhalterliebe öffentlich unterstützen lassen und gegen eine kleine Spende jedermann zum streichelnden Mitnatur- und...
