Europa – eine Fata Morgana
Das Ehepaar Vero und Uwe S. ist in die Wüste gefahren. Vero möchte dort Urlaub machen, Uwe will schwarze Löcher im Weltraum erforschen. Wäre in Europa die Lichtverschmutzung nicht so hoch, hätte er am Heimathimmel forschen können. Sie hätten Bonn erst gar nicht verlassen müssen, die Ehe daheim retten können.
Was zunächst nach einem privaten Beziehungsdrama klingt, entpuppt sich in Svenja Viola Bungartens neuem Stück «Bonn ist eine Stadt im Meer» schnell als europäische Groteske: Während Vero und Uwe S.
auf der «Rückseite der Welt» auf den Nachthimmel warten, begegnen sie Vega und Ulvi S. Die wollen die Wüste hinter sich lassen – dafür brauchen sie neue Pässe. Da kommt das europäische Paar wie gerufen: Als ihr Auto offen steht, klauen Vega und Ulvi S. die Pässe, Geld und Gepäck.
Und was tun als Europäer, wenn die Botschaft sonn- und feiertags geschlossen ist? Für das Ehepaar beginnt ein Horrortrip durch die Wüste. Nach verschiedensten Aufenthalten in Warteschlangen können sie ihre Identität per Fingerabdruck nicht mehr bestätigen, denn ihre Hände wurden von der harten Arbeit, die sie leisten mussten, um überhaupt hier anzukommen, stark in Mitleidenschaft gezogen – ihre Finger ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Theater heute? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Theater-heute-Artikel online lesen
- Zugang zur Theater-heute-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Theater heute
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Theater heute Jahrbuch 2019
Rubrik: Neue Stücke, Seite 163
von Barbara Bily
Einer der Gründe, warum die Volksbühne des Vierteljahrhundertintendanten Frank Castorf bei ihren Fans Ewigkeitsrechte genoss, war und ist: P14. Der Jugendclub des Hauses hat sich seit seiner Gründung 1993 den Ruf erworben, die eigenwilligste, autonomste, unpädagogischste, unverschämt beste Talenteschmiede unter der Sonne zu sein. Mindestens. Bei P14 hatte man die...
Einer der prominentesten Vertreter der KI-Forschung ist davon überzeugt, dass der technische Fortschritt künstliche Superintelligenzen hervorbringen werde, die dann die gesamte Milchstraße bevölkern und uns Menschen weit überlegen sein würden. Für unsere Spezies würden sie sich weniger interessieren als füreinander, Menschen hätten sich als bis dato intelligenteste...
In der vierten Spielzeit von Intendant Matthias Lilienthal haben sie es tatsächlich geschafft: Die Münchner Kammerspiele sind das Theater des Jahres! Nach zunächst intensivem Fremdeln der Lokalpresse und auch des Stammpublikums, nach dem Weggang beliebter Ensemblekräfte und drohender Überforderung des Hauses durch die Doppelfunktion als Stadttheater und...
