Neue Stücke
Wie soll man leben? In Thomas Freyers neuem Stück «Das halbe Meer» versucht ein Aussteigertrüpplein auf einer abgelegenen Insel einen der Gemeinschaft verpflichteten Gesellschaftsentwurf, Tilmann Köhler inszeniert in Dresden. Juli Zeh sperrt für ihren Feldversuch «203» in Düsseldorf vier Menschen in ein Zimmer und lässt sie rundum versorgen, überwacht von Hans-Ulrich Becker. Das Leben ist eine Baustelle, findet Roland Schimmelpfennig.
In «Wenn, dann: Was wir tun, wie und warum» zankt sich ein Bauherr mit seinen Handwerkern herum, und dabei stellen sich in Frankfurt unter der Aufsicht von Christoph Mehler ein paar grundsätzliche Fragen. Die Schwierigkeit zu erben und gegen die forever jungen 68er-Eltern endlich zu rebellieren, bedenkt Jan Neumanns Komödie «Chihuahua» in Mannheim, und am Ende alles möglichen und unmöglichen Lebens ist Laura de Wecks Nocturne zu Tod und Verlust «Für die Nacht» in Basel angekommen, betreut von Werner Düggelin. Im Wiener Schauspielhaus folgt Nora Schlocker Thomas Arzt in schönster Kunstmundart auf den «Grillenparz», und auch im Freistaat Bayern hat sich die ehemalige Kroetz- und Achternbusch-Zentrale Münchner Kammerspiele wieder aufs Volksstück ...
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Theater heute April 2011
Rubrik: Service, Seite 56
von
Das Verhältnis zwischen Bildender Kunst und Theater ist prekär. Zwar wird mittlerweile kaum eine Biennale oder Ausstellung ohne einen Beitrag aus dem performativen Bereich eröffnet, und auch das Theater sucht, wenn auch leidenschaftsloser, die Nähe zu Installation und neuen Medien sowie Rezeptionsformen der Kunst. Doch selten gelingen Arbeiten, in denen sich Kunst...
Matthias Lilienthal, 1992–1999 Chefdramaturg an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz unter Frank Castorf, Programmdirektor für «Theater der Welt 2002» in Bonn, Düsseldorf, Köln und Duisburg. Seit September 2003 ist er künstlerischer Leiter und Geschäftsführer des HAU. Das Regiekollektiv Rimini Protokoll zeigt und erarbeitet kontinuierlich Produktionen am HAU...
Eine Handvoll Orthopädie-Patienten schlurft auf die Bühne des Kleinen Hauses im Staatsschauspiel Dresden. Der zweckorientierten Sportkleidung nach zu urteilen, die die Truppe unter ihren Beinschienen, Kniemanschetten und Halskrausen trägt, ist sie auf dem Weg zur Krankengymnastik. Die erste Übung: kollektives Zittern im Kreis. Man schlägt sich wacker. Auch in der...
