Die globale Verantwortungsdiffusion

Der zweite Teil von Milo Raus «Kongo-Tribunal» sucht nach den Schuldigen der humanitären Katastrophe in der Demokratischen Republik Kongo

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Stellen Sie sich folgende Situation vor: Ihr Haus brennt, und die Feuerwehr streikt. Ihr Nachbar bietet Ihnen seinen Feuer­löscher an, fordert aber im Gegenzug die komplette Inneneinrichtung Ihres Hauses. Sie stehen im Rauch – also nehmen Sie das Angebot an, ohne sich zu fragen, ob Ihr Retter vielleicht auch derjenige ist, der das Feuer gelegt hat.

Mit dieser Anekdote beschreibt der Autor und Schauspieler Marc-Antoine Vumila Muhindo, der in den «Berliner Hearings» des «Kongo Tribunals» das einzige kongolesische Mitglied der Gerichtsjury ist, die Situation der Menschen in der Demokratischen Republik Kongo (DRK). Obwohl der Staat über mehr als 50 Prozent der Wasserressourcen Afrikas verfügt, leben mehr als 50 der insgesamt gut 68 Millionen Einwohner ohne Trinkwasserzugang. Jahrzehntelange Kriege, Korruption und Misswirtschaft haben aus dem Land, das nach seiner Unabhängigkeit 1960 wirtschaftlich zu den am höchsten entwickelten Ländern Afrikas zählte, zu einem der ärmsten der Welt gemacht, das in allen Entwicklungsindikatoren weit hinten liegt. Dabei verfügt das Land in riesigen Mengen über mineralische Rohstoffe, die Eu­ropa, die USA, Kanada und China für ihren hochtechnisierten ...

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Theater heute August/September 2015
Rubrik: Ausland, Seite 44
von Anja Quickert

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