Ja. Nein. Vielleicht.

Mediation und Meditation mit Dana Caspersen und dem Kölner MD Kollektiv – ein Selbsterfahrungsbericht.

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«Glauben Sie, Gewalt ist unvermeidbar?» − Glaube ich das? Die Frage steht auf einem der Zettel, die Zuschauern in die Hand gedrückt werden, damit sie gemeinsam mit einem anderen Besucher über diese und ähnliche Fragen reflektieren. Denken, dabei gehen, einmal diagonal durch den Raum. Über eine Strecke von vielleicht 20 Metern gilt es nun, einem mir bislang völlig unbekannten jungen Mann meine Haltung zu Gewalt zu offenbaren. Ich schwadroniere, der Mann läuft neben mir, Kopf gesenkt, keine Reaktion, kein Blickkontakt. Sehr verunsichernd.

Auf der Hälfte des Weges werden die Rollen getauscht: Er muss nun die Frage beantworten. Er schweigt, geht schneller, ich folge unwillig, unsere Körper entfernen sich einen halben Meter voneinander – eine vielsagende Distanz. Gleich ist er am Ziel, da sagt er: «Müsste ich drüber nachdenken.» Genau. Müsste man.

Ohne Denken geht gar nichts bei «The Exchange», einem interaktiven Projekt vom Kölner MichaelDouglas Kollektiv und Dana Caspersen, Ex-Forsythe-Star, Choreografin und Mediatorin. Für die Kölner Uraufführung wählte das Team eine Kirche, die Kunst-Station St. Peter: ein heller und halliger Sakralraum, Fenster aus buntem Glasmosaik, eine Orgel, ...

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Tanz Jahrbuch 2016
Rubrik: Körper: Im Wandel, Seite 76
von Nicole Strecker

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