Koblenz: Steffen Fuchs «Nussknacker und Mausekönig»
Als wär’s ein Stück von ihm. Erst am Schluss wendet sich Arkadiusz Glebocki direkt ans Publikum und scheint das ganze Theater als eine poetische Projektion zu entlarven. Er allein, Drosselmeier, hat die Geschichte vom «Nussknacker und Mausekönig» erdacht zum Nutzen und Frommen eines Publikums, das während der Weihnachtszeit alles Wirkliche am liebsten verdrängen möchte.
Rein äußerlich betrachtet, hat Glebocki nichts von E. T .A. Hoffmann.
Aber in jedem Drosselmeier steckt schließlich was von dem Autor, selbst wenn er hier mit schlohweißem, silbrig glitzerndem Perückenhaar eher einem Zirkus-Clown ähnelt, der die Pointen und Personen nur so aus dem Ärmel schüttelt. Zumal dann, wenn der Choreograf in seiner Inszenierung ganz bewusst das literarische Original reflektiert – und sich nicht auf die Nacherzählung von Alexandre Dumas d. Ä. bezieht, die dem «Nussknacker»-Ballett ursprünglich als Ausgangspunkt gedient hat.
Das aber heißt auch wieder «Das Märchen von der harten Nuss» zurückzuholen auf die Bühne, das von Peter Tschaikowsky nicht vertont worden ist. Steffen Fuchs, dem wir am Theater Koblenz schon einige durchweg diskussionswürdige Ballettaufführungen danken, hilft sich mit ...
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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Kritik, Seite 40
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